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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Leiden der Stadt durch den 2. Raubkrieg Ludwigs XIV. 279

während des dreissigjährigen Krieges erlebt hatte. DieBedrängnisse kamen der altehrwürdigen Krönungsstadtnicht bloss von Seiten der Reichsfeinde, der Franzosen,sondern auch von Seiten einzelner mit diesen verbündeterReichsfürsten, ja von Seiten der Reichstruppen. Kaumeine frühere oder spätere Periode zeigt den Reichskörperin grösserer Schwäche und Entzweiung. Zum Glück nahmder grosse Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm,mit den Interessen seiner rheinischen Besitzungen auch die-jenigen Deutschlands wahr.

Den 19. Dezember 1673 brachte die Stadt ihre Milizauf fünfhundert Mann. Im August hatte sie zu derenUnterhaltung neue Steuern ausgeschrieben; und zwar indem Gebiete jenseit der Wurm 1400 und in dem diesseitderselben 700 und innerhalb des Glockenklanges 1000 Rthlr.

Im Herbste 1674 wurde der Stadt angezeigt, dass sieeinen kaiserlichenKorpos" als Besatzung für den Wintererhalten sollte. Am 13. Dezember rückten acht Com-pagnien Fussvolk in die Stadt und wurden bei denBürgern einquartiert. Der Rath befahl, dass den SoldatenNahrung, Kleidung und Wohnung zu einem Preise be-rechnet werden sollten, wie ihn die Bürger unter sich zuberechnen pflegten.

Im folgenden Jahre wurden folgende neue Steuernausgeschrieben: von jedem Morgen Landes dies- und jen-seit der Wurm ein Rthlr., im Bereich des Glockenklangesvon jedem Morgen 2 Rthlr., von jedem Rinde ein Reichsort,von jedem Schweine und jedem Schaaf vier Mark, Alles,um die Anzahl der Stadtsoldaten auf 800 Mann zu bringen.Die Angeworbenen durften nicht Bürger sein. Am 18. April1675 bildete der Rath noch einige Compagnien aus rüsti-gen, unverheiratheten, jungen Männern der Grafschaften.Trotz eines kaiserlichen Freibriefes vom 12. Septemberlitten Achcn und sein Gebiet viel durch Durchmärscheund durch der Stadt zugemuthete Lieferungen, so dass derRath am 11. Jnni 1676 den Bewohnern des Gebietes dies-und jenseit der Wurm und des Glockenklanges je einDrittel der letzten Steuern auflegen musste. Dann schickteer den Syndik von Perg nach Wien, um dort einmal für