278 Leiden der Stadt durch den 2. Raubkrieg Ludwigs XIV.
Maximilian Heinrich von Köln nncl der Stadt Achen. Jenerverlangte, dass Achener Stadtsoldaten, welche nach demKriegsrecht bestraft worden waren, wegen Diebereien alsgemeine Verbrecher von dem bürgerlichen Gerichte ver-urtheilt werden sollten. Da es hiess, der König vonFrankreich habe dem Kurfürsten von Köln gerathen, Achenso zu behandeln, wie der Bischof Bernhard von GalenMünster, und der Kurfürst von Mainz Erfurt behandelthabe 1 ), so liess der Rath in der Besorgniss um seineFreiheiten durch einen holländischen Ingenieur seine Be-festigungen erweitern und durch einen holländischen Ober-sten Truppen anwerben. Indessen kam es am 2. Januar1672 zu einem Vergleich zwischen dem Kurfürsten undAchen.
Ludwig XIV. erneuerte im Jahre 1672 der Stadt diePrivilegien, welche seit dem Jahre 1368 die französischenKönige und er selber 1646 verliehen hatte.
Achen sollte bald Gelegenheit haben, durch seineStadtbehörde dem Könige von Frankreich persönlich fürdiese Verleihung den Dank abzustatten. Derselbe konnteden Holländern nicht vergessen, dass sie durch die Bil-dung der Trippelalliance seine Pläne auf die spanischenNiederlande durchkreuzt hatten. Er gewann seine früherenGegner, England und Schweden, und überzog im Jahre1672 an der Spitze eines grossen Heeres, begleitet vonden Feldherren Tiirenne und Conde, von dem Kriegs-minister Louvois und dem berühmten Ingenieur Vauban,Holland mit Krieg. Auf seinem Zuge nach dem Herzog-thum Geldern berührte er das Achener Gebiet und ver-weilte zwei bis drei Tage auf dem Stammschlosse derHerren von Hallberg in dem Dorfe Broich an der Roer inder Nähe von Jülich.
In Folge dieses Krieges, den die Geschichte mit demNamen eines Raubkrieges bezeichnet, da Ludwig XIV. imGefühle seiner Uebermacht die schwächeren Nachbarn ausden nichtigsten Gründen mit Waffengewalt überzog, kamenüber Achen schlimme Zeiten, schlimmere noch, als es
') Beide hatten den genannten Städten ihre Freiheiten genommen.