Der Stadtbrand vom 2. Mai 1656.
265
ten und der Christensen'). Es brannten ferner ab die Kir-chen und Komthureien zum h. Johann und zum h. Egidius,Kirche und Wohnung der Beginen zum h. Stephan, dieAldegundis-, Servatius- und die Oswalskapelle, die Spitälerzum h. Johann und zum h. Blasius, endlich das Dach derS. Annakirche. Zwischen dieser und der Kirche der Weis-sen Frauen hatte das wüthende Element sich erschöpft,aber erst nachdem es die ganze mittlere und den grösstenTheil der äusseren Stadt in Asche gelegt. Das Schreibeneines unterrichteten Bürgers (Meyer, S. 655), der nebst Frauund Kindern um neun Uhr Abends seine neben dem Rathhausegelegene Wohnung verlassen musste, und sich mit den Seinenzum Rosenbad, von da zu einem Verwandten auf dem Gra-ben und von diesem nach Burtscheid flüchtete, giebt dieAnzahl der eingeäscherten Gebäude auf 2600 an und er-zählt, es sei nur ein Achtel der Stadt von den Flammenverschont geblieben. Andere Angaben gehen höher. EinVerzeichniss bei den Franziskanern hat 4425, eine offizielleAngabe des Magistrats vom 15. Dezember 1663 an denVertreter Achens beim Reichstage in Regensburg, den Dr.Kaiser, bringt die Zahl von 4660 und eine Tafel bei denKapuzinern trug die Zahl von 5612! Der grosse Unterschiedin der Zahlenangabe wird wohl daher kommen, dass manStallungen und andere Nebengebäude als selbständigeHäuser zählte. Der grosse Umfang des Brandes findetseine Erklärung tlieils durch die vorhergegangene Dürre,theils durch den heftigen Südwind, der nachher umschlug
') Das Christenserkloster kommt urkundlich gegen das Ende desdreizehnten Jahrhunderts vor. Der Nonnen, welche nach der Regeldes h. Augustinus leben, waren Anfangs sechszehn, heute sind ihrerzwölf. Sie haben die Pflege weiblicher Kranken, die sie in derenWohnungen bedienen, zu ihrem Berufe gewählt. Die Kosten desKlosters werden aus ihrem "Vermögen und aus dem Ertrage derKrankenpflege bestritten. Nach dem Stadtbrande wurde ihre Kirchevon Neuem und zwar in einer Linie mit der Kapuzinerkirche ge-baut. Eine Reparatur neuerer Zeit hat ihr einen weltlichen Cha-rakter gegeben. Quix, Beitr. II. S. 89. Nach Nopp durften die Christen-serinnen noch aui Anfange des sechszehnten Jahrhunderts in diqWelt zurücktreten und heirathen.