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Kaiser Ferdinand III.
Kolbert, das andere auf der Komphausbadstrasse. (Quix,Beiträge I. S. 8.)
Die Kurfürsten von Mainz, Köln, Sachsen, Branden-burg und Baiern (Baiern hatte nach der Aechtung desPfalzgrafen Friedrichs V. 1623 den Kurhut erhalten) wähl-ten am 22. Dezember 1636 im Regensburger Dom denKönig Ferdinand von Böhmen, Ferdinands II. Sohn, zumrömischen Könige: dessen Krönung fand daselbst am30. Dezember statt. Bei der Kürze der Zeit zwischenWahl und Krönung und bei der Unsicherheit der Strassenin Folge des Krieges kann man voraussetzen, dass Achenkeine Einladung erhielt, die Krönungsinsignien nach Regens-burg zu bringen, die Entweder schon im Besitze des Kaisersoder sonst an einem sicheren Orte aufbewahrt waren. Esfinden sich darüber keine Nachrichten. Ferdinand IL starbam 15. Februar 1637. Sein Nachfolger
Kaiser Ferdinand III., 1637—1657, 1
versprach der Stadt gegen unverzügliche Zahlung von 120Römermonaten oder von ungefähr 16,000 Gulden Befreiungvon fernerer Einquartierung. Kaum hatte der Magistratdiese Summe bei den Bürgern zusammengebracht und inBrüssel hinterlegt, als zwei kaiserliche Generale, der GrafPiccolomini und der Marquis von Grana, der Stadt eineBesatzung zuführen wollten. Der Magistrat lehnte die Zu-muthung mit dem Hinweis auf das kaiserliche Privilegiumab und setzte die Stadt in Yertheidigungsstand. Da diesedurch die schon erzählten Ereignisse in den letzten Jahr-zehnten ausserordentlich heruntergekommen war, konntees dem Rath nicht schwer werden, aus der verarmten be-schäftigungslosen Bürgerschaft dreitausend Mann anzuwer-ben, ausserdem bot er fünfzehnhundert Reichsbauern auf;über dreihundert Stadtsoldaten konnte er verfügen. Ausden Unverheiratheten bildeten sich zwei Compagnien Frei-williger. Der General Grana, an der Spitze von sechs-tausend Mann mit zwölf Kanonen, liess sich durch dieseVorkehrungen nicht irre machen. Am 10. März bemächtigteer sich, trotz der Ausfälle der Besatzung und trotz derGeschütze auf den Wällen, der beiden Anhöhen des Sal-