Spanische Truppen in Achen. Protestantische Kirche in Burtscheid. 245
Der grosse Rath gab nach und unterhandelte mit demObersten, dass neben dem Fussvolk nur vier FähnleinReiter einrücken sollten. Trotzdem rückte am 12. Februardie ganze Abtheilung, Reiterei und Fussvolk, ein und lebtebis zum 8. Juni auf Kosten der Bürger, nur dass die AbteiCornelimünster und die jülichsclie Unterherrschaft Heideneinen entsprechenden Antheil der Fourage liefern mussten.
Dass die Protestanten immer noch hofften, ihre Lagezu bessern, geht daraus hervor, dass sie am 15. Juni sichan den Landgrafen Georg von Hessen-Kassel um Ver-mittelung beim Kaiser bittend und an den Kurfürsten vonSachsen sich beschwerdeführend wandten.
Im Jahre 1635 hatten die Achener und BurtscheiderEvangelischen einen Prediger nach Burtscheid berufen undden Bau einer neuen Kirche begonnen. Da erfolgte imJahre 1636 ein kaiserliches Verbot. Das Predigen mussteaufhören, die unfertige Kirche sollte niedergelegt werden,man Hess indessen das bereits Gebaute bestehen.
Der Erzbischof Ferdinand von Köln, zugleich Bischofvon Lüttich, Hess 1635 durch zwei Mitglieder des Lieb-i'raueustiftes, den Sänger Goswin von Schrick und denErzpriester Peregrinus Vogels den sittlichen Zustand derKlostergenossenschaften in Achen untersuchen. Auf derenBericht verordnete der Bischof, dass der Matthiashof mitseinen Renten und Besitzungen dem Marienthalerklosterübergeben werden sollte, die Beginen sollten vermochtwerden, die Ordensregel des Marienthalerklosters anzu-nehmen. Die Incorporation des Beginagiums von S. Mat-thias in das Haus Marienthal vom 3. Orden des h. Fran-ciscus wurde endlich von dem Bischof Ferdinand am18. Juli 1642 aus hochwichtigen Ursachen, „insonderheitaber, um allerhand vorgelaufenen Aergernissen abzuhelfen",ausgesprochen.
In den Niederlanden und in den Städten am Rhein warenim Mittelalter Beginenconvente zahlreich, Köln hatte derenim 15. Jahrhundert 106 1 ), Frankfurt 57 2 ), Achen verkauftenoch 1656 und 1659 solche Conventshäuser, das eine am
') Ennen, III. 807. — -) Kriegk, deutsch. Bürgorthum im Mittel-alter. Frankfurt 1868.