Jülichsche und Neuburgsche Gesandtschaft nach Paris. 223
fürstliche Gewogenheit für die Sache der Religionsver-wandten mit. Am folgenden Tage machte Johann Kalck-berner dem grossen Ausscliuss darüber Mittheilung. Der-selbe Dr. Lingens hatte ein Intercessionsschreiben derpossidirenden Fürsten an den französischen Hof mitge-bracht, das er mit den Doctoren Langenberg und Syburgnach Paris mitnahm. In dem Briefe wird erklärt, derAchener Magistrat sei auf Anräthen des Erzherzogs Albrechtund unter dem Vonvande eines kaiserlichen Befehls vondem Traktat (Aufstellung des Marquis?) abgewichen. DerErzherzog habe kein Recht auf Achen, welches von Karldem Grossen, dem Kaiser und Könige von Frankreich, zumköniglichen Sitze und Mitgliede des h. Reichs eingesetzt,und wo der Herzog von Jülich Schutzherr sei und vonAlters her durch den König von Frankreich, Karl denGrossen, verschiedene Souveränitäten erblich besitze! DieBürger Achens bäten nun die Majestäten, den König unddie Königin-Mutter um Schutz gegen den Erzherzog Albrechtund den Erzbischof und Kurfürsten zu Köln und um Ver-wendung bei kaiserlicher Majestät, dass die Ausführungdes kaiserlichen Befehles verschoben und ihnen angemesseneZeit zu Verhandlungen mit dem Kaiser, den Fürsten undStänden des Reiches belassen werde. Schliesslich weistder Brief auf die Bedeutung und Folgewichtigkeit derSache hin und auf die von Seiten der französischen Kroneerwartete Berücksichtigung der Union deutscher Fürstenund Stände. (Der französisch geschriebene Brief bei MeyerS. 568.)
Dem Rentmeister Johann Schürer wurden am 12. Ja-nuar 1612 die Schlüssel der Rentkammer abgefragt, derenAuslieferung durch Einlegung von Soldaten erzwungen wird,trotzdem dass dessen Frau in Wochen war. Einige Tagefrüher war der Vogtmeier Johann Vercken verhindert wor-den, das Vogtgeding abzuhalten.
Zwei Tage nach der Abreise der französischen Ge-sandten verlassen der Syndik Bado von Kuikhoven undder Stadtschreiber Balthasar Münster die Stadt, um nachParis zu reisen. Da es den Katholiken verboten war, ausAchen zu geheu, so gelingt ihnen dies nur durch Ver-