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Aufstand der Protestanten.
doch ausserhalb hochzeitlicher Festtage den Nachbarn zurLauterhaid, so auf (zu) der Wtirseler Send gehören, Harenbesser gelegen wäre, wird ihnen der Kirchgang daselbsthin zugelassen und vergünstiget." —
Da die Katholiken im Sommer 1611 einen erneuertenVersuch der Protestanten erwarteten, sich des Stadtregi-ments zu bemächtigen, begab sich der Rector des Jesuiten-collegiums, Mathias Schrick, in der Stille nach Lüttichzum Fürstbischof Ernst, ihn zu bitten, nach Achen zukommen, um einer Erhebung entgegen zu wirken. Diesererschien auch am 3. Juli in Achen, lud am folgenden Tagedie angesehensten Protestanten zu sich ein, mahnte sievon gewaltsamer Erhebung ab und forderte sie zum Ge-horsam gegen die Obrigkeit auf. Kaum aber hatte derBischof seinen Rückweg angetreten, als am 5. Juli Nach-mittags ein Aufruhr ausbrach. Die Verhältnisse konntendemselben nicht günstiger sein. Das unfähige Reichsober-haupt war damals ganz ohnmächtig und durch die eigenenVerwandten fast aller Macht beraubt, die protestantischenFürsten 1608 zur Union, die katholischen 1609 zur Ligavereinigt. Dies Bild der Spaltung bot Achen im Klei-nen dar.
An dem genannten 5. Juli zogen an zweihundert Per-sonen vor das Rathhaus und verlangten den BürgermeisterChristian Meess zu sprechen, der es aber ablehnte, miteiner so grossen Menge zu unterhandeln. Diese verlangtedie Freigebung von fünf Protestanten, die auf den Pfortenoder Stadtthoren gefangen gehalten wurden. Darauf zogensie ab, kamen aber in verstärkten Haufen wieder zurück.Bürgermeister Meess verwies sie an den Rath und seineCollegen, mit welchen er am folgenden Tage den Rathzusammenberufen wolle. Das Volk wtithete aber derart,dass der gute bejahrte Bürgermeister fast ohnmächtigwurde, worauf seine Kinder ihn abholten und in seineWohnung führten. Das Volk läutete unterdessen mit derPfortenglocke anhaltend Sturm, bis der BürgermeisterJoachim von Berchem und der Syndicus L. Kuickhovenherbeieilten. Beide gelangen von hinten durch den Granus-thurm zum Rathhaus, versuchen das Volk zu beruhigen