Sein Bruch mit dem Hause Jülich. Aufruhr in der Stadt. 205
Zu diesen Verwickelungen kam im Jahre 1606 am 19.Februar ein vollständiger Bruch mit dem Hause Jülich.Seitdem dies zu Macht gelangt war , bestanden zwischenihm und zwischen Achen ab und zu Streitigkeiten. Am31. Mai 1604 waren zu Cornelimttnster zwischen den Herrenvon Achen und Abgeordneten Jülichs Verhandlungen, welchesich zerschlugen. Das Jahr 160G brachte Veranlassung zuden ernstesten Zwisten. Die Herzogin von Jülich nämlich,Antonette aus dem Hause Lothringen, kam mit ihrem Bruderdem Herzoge von Vaudemont und Gefolge nach Achen, umdie Heiligthümer zu sehen. Am Burtscheider Thore ver-weigern die Achener dem zahlreichen Geleite der Fürstinden Eintritt und behaupten, nach altem Rechte stehe dasGeleite in die Stadt nur den Bürgern zu. Jenes will denEintritt mit Gewalt erzwingen, diese widersetzen sich,schiessen und stossen. Die Herzogin ist genöthigt, zurückzu kehren, um Aergeres zu verhüten. Jülich nimmt nungegen Achen eine drohende Haltung an. Auf die Rüstungendes Herzogs klagt Achen beim Reichskammergericht zuSpeier, das sogenannte mandata sine clausulis mit Androhungder Acht am 10. Januar 1607 erliess. Der Herzog nahmkeine Rücksicht darauf und licss den von Frankfurt zurück-kehrenden Achener Kaufleuten die Waaren abnehmen unddie Bedeckung niederhauen. Die von Achen erwirkten hef-tigeren Mandate fruchteten eben so wenig. Die ausseror-dentlich schwache Reichsregierung unter Rudolf II. ver-mochte nicht, der Willkür der Mächtigen Schranken zusetzen. Im Jahre 1608 zur Zeit der Heiligthumsfahrt Hessder Herzog durch Soldaten alle Wege nach Achen besetzenund die Pilger in hohem Grade behelligen. Die Achenerrüsten nun ihrerseits und bieten Truppen im Ltittichschenund anderwärts auf, schlugen einige Jülicher in dem DorfeBurtscheid todt und vertrieben die anderen aus demselben.Der feindliche Oberst Konrad von Kircliradt hielt Franken-berg besetzt. Als die Jülicher die bei Achen gelegenenMühlen anzündeten oder zerstörten und das Wasser ableite-ten, entstand am 12. August in der Stadt ein Aufruhr;Katholiken und Protestanten griffen zu den Waffen undriefen : „Der Convent steht über dem Abt. Wir wollen