Zuleger verhandelt mit dem Herzoge von Jülich in Cleve. 149
sein würden." Zuleger verstand dies in dem Sinne, „dassdie Furcht vor Brabant und Jülich die eigentliche Ursacheder Weigerung sei," deshalb bittet er um eine nochmaligeSitzung auf Donnerstag. In dieser hält er ihnen vor, wasfür eine faule Ausflucht es sei, dass einer nicht recht tliunwolle, darum dass seine Nachbaren auch nicht recht thäten."Er flihrt dann als Beispiel den Grafen von Horn an, Nieder-wesel, Düsperg, Soest — auch der Herzog von Jülich haltesich einen Prädicanten.
Es erfolgt wieder eine Berathschlagung; der Rath wieder-holt am 22. Juni durch Gerard Eilerborn, Bürgermeister,dieselbe Antwort. Im Rathe soll aber grosse Spaltung undDissension geherrscht, mehrere die Theilnahme an den Ver-handlungen geweigert haben. Der eine Bürgermeister, AdamZeuell, hat auch nicht die,Antwort mitüberbracht. DieProtestanten haben unterdessen in ihren Häusern gebetet.
Von Achen begab sich Zuleger nach Cleve zum Her-zoge von Jülich, der aber bereits von seinen Unterhand-lungen in Achen Bericht erhalten hatte. Am 25. Juni liesser sich anmelden und erhielt die Antwort, der Herzogwolle ihn nach dem Essen bei sich hören; „aber als derClever Kanzler Ollenschlager zu Ihr. Ftirstl. Gn. kam underfuhr, dass die Sache die Religion betreffe, hat er ohneZweifel 1. F. Gn. von ihrem Vorhaben abgebracht," und erwurde vor den Rath beschieden, der aus dem Kanzler, demMarschall und dem Kämmerer bestand. Der Herzog seikrank, lieisst es, und Zuleger überreichte Credenz und In-struction. Durch ein vertrautes Gespräch erfuhr er, welcheHindernisse vorgeschützt werden sollten, und verfasste inder Nacht eine Denkschrift, die er am folgenden Tagedem Herzoge vorlas. Der Herzog antwortete durch Ollen-schlager: „da die Sache Aenderung der Religion, mutatio-nem religionis, betreffe, so könne er ohne Rath und Vor-wissen seiner Landschaft nichts thun, also jetzt noch nichtabschlagen oder zusagen. Obgleich viele mutliwillige böseLeute in Achen seien, wolle er nicht, dass dort die Religion,die von jeher daselbst gewesen, geändert werde." Zulegerbittet noch um eine präcise, definitive Antwort. Der Herzoglässt aber wörtlich dasselbe wiederholen: Eine Privat-