136 Das Annakloster. Versuche, «katholische Loliren einzuführen.
Das Manderscheider oder Schleidener Lehen am Rath-hause vorbei auf dem Katschhofe bis zur Katschhalle, auchdie Stallungen umfassend mit den Tuchhallen oder demvormaligen Gewandhause, kam im Jahre 1531 durch Kaufin den Besitz des Rathes.
Die Markgräfin Sibilla von Brandenburg, GemahlinHerzogs Wilhelm von Jülich und Berg, begann am An-fange des Jahres 1500 in der Scherpstrasse das S. Joachim-und Annakloster zu bauen, starb aber darüber. EinigeJahre später vollendete Maria von Gimmenich aus demKloster Mauritius in Köln, dem sie neun Jahre vorgestan-den hatte, den Bau des Klosters und begab sich mit fünfMitschwestern in dasselbe. Das Mauritiuskloster übertrugam 24. Juli 1524 dem Joachim- und Annakloster den Hol'Hanbruch bei Achen vor S. Jakobsthor. Durch den Ein-tritt der jüngsten Tochter des Herrn von Haren und derAgnes von Meier in das Mauritiuskloster in Köln war die-ses im Jahr 1474 in den Besitz des Gutes Hanbruch ge-kommen. Das Joachim- und Annakloster wurde 1532 fertig.In der Scherpstrasse befanden sich die Wohnungen ver-schiedener angesehener Familien: um die Zeit der Er-bauung des Klosters die der von Gimmenich, der von Berg,der Colyn. (Quix, Gesch. der Peterskirche, S. 79 ff.)
Im Jahre 1533 hielt Einer, der sich für einen lutheri-schen Prediger ausgab, in der Wohnung des Lorenz Teschen-macher geheime Zusammenkünfte. Der Rath nahm ihnund dessen Zuhörer fest. Der Prediger entkam aber undverliess verkleidet die Stadt. Im Januar des Jahres 1533und im September des Jahres 1534 liess der Magistratdurch Schellenklang die heimlichen Auslegungen des Evan-geliums und die Beschützung der Prediger desselben, be-sonders die der Wiedertäufer untersagen. Man erinneresich, dass in diesem Jahre in Münster die wiedertäuferi-schen Gräuel unter Johann von Leiden ihren Anfang nah-men. Johann Krantz, Mathias Koeffer, Tonger Hensgen,welche das Verbot übertraten, wurden im Jahre 1535 durchdas Schwert hingerichtet! Manche der angesehenen Bürgerwaren und blieben im Geheimen der neuen Lehre zugethan,besuchten aber den katholischen Gottesdienst nach wie