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Karl der Kühne in Achen.
mit 10,000 Pferden gegen Neuss und „lag so lange vordieser Stadt, dass die von Neuss Pferde und Katzen essenmussten". Gleichwohl hielten sie die Stadt, bis der Kaiserihnen mit 192,000 Mann zu Hülfe kam. Inrnittels sandtendie Herren von Achen dem Kaiser 200 Mann zu Fuss und50 zu Pferd nebst 25 Heerwagen mit Büchsen, Gewehren,Zelten und Proviant. Bei jedem Heerwagen waren dreiMann. Ausser denjenigen, welche um Sold dienten, durfteNiemand die Stadt verlassen. Die Herren von Achen gabenden zu Fuss Dienenden vier rheinische Gulden, den Rei-sigen acht Gulden Sold. Der Gulden galt zu dieser Zeitsieben Mark. Das Volk war insgemein in Waffen. DieStadt gab die Kleidung, die roth und blau war. Zur selbenZeit wurde das Blockwerk zwischen der Pont- und derBergpforte angelegt, und die Bürger mussten der StadtGeld leihen, 200, 100, 50 Gulden u. s. w., die geringsteAnleihe betrug zehn Gulden, und Korn mahlen! und aufihre Böden (stiller) bringen lassen, für den Fall, dass dieStadt hart belagert werden sollte. Nur vier Stadtpfortenwaren geöffnet.
Um sich an dem Kaiser zu rächen, unterstützte derHerzog den von diesem nicht anerkannten Prätendenten aufdas Erzstift Köln, den Landgrafen Hermann von Hessen,der auch Probst zu Achen und Fritzlar war, und belagerteelf Monate vergeblich Neuss. Seine Entwürfe auf daszwischen seinen Besitzungen gelegene Lothringen brachtenihm wiederholt Niederlagen und zuletzt den Untergang inder Schlacht von Nancy am 5. oder 6. Januar 1477. Am20. August 1478 heirathete seine Tochter und einzige ErbinMaria den Erzherzog Maximilian von Oesterreich, Fried-richs III. Sohn, und brachte dem habsburgischen Hause dieburgundischen Besitzungen mit Ausnahme des HerzogthumsBurgund, das an Frankreich zurückfiel. Maria starb schonim März 1482.
Der Rath war in jenen Tagen in arger Geldverlegen-heit. Ein Gesuch der Bürgermeister, der Stadt auf einigeJahre den alleinigen Weinschank zu gestatten, schlug KaiserFriedrich III. am 20. September 1475 von Köln aus ab.(Deutsche Urk. im Stadtarch.) Er bemerkte, dass manche