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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Achen und Ivarl der Kühne.

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auch jene Unterthanen ilire Unschuld eidlich dartliun wol-len. Gewiss eine sonderbare Rechtstheorie jener gewalt-tätigen Zeit!

Als in diesem Jahre auf dem Reichstag zu Nürnbergzwanzig tausend Mann zu Ross und zu Fuss gegen dieTürken ausgeschrieben wurden, sollte Achen zwanzig Mannzu Ross und vierzig Mann zu Fuss stellen!

Nach einem in Achen eigentümlichen Rechtsbrauchewurden in dem Bürgerhause (dem Gras) sitzende Gefangene,wenn eine Prozession vorbeizog, — wahrscheinlich aufeine bestimmte Zeit — der Haft entlassen. Durch diesenBrauch findet die zum Jahre 1468 gebrachte Notiz der vonLoersch herausgegebenen Chronik ihre Erklärung: AufS. Marcustag (am 25. April) kam die Prozession von S.Adalbert vor das Bürgerhaus, in welchem zwei Männergefangen sassen. Als die Prozession eine ganze Stundegehalten hatte, vergebens auf die Freilassung der Gefan-genen wartend, ging der Probst mit dem Kapitel von S.Adalbert zu ihnen, gab jedem eine Fahne in die Handund führte sie in das Münster, wo Reinold von PalantProbst war ')• •

Karl der Kühne, der vierte und letzte Herzog vonBurgund, aus dem Hause Valois, lebte mit der Stadt Lüt-ticli, die ihren Bischof, Ludwig von Bourbon, Karls Ver-wandten beleidigt hatte, in heftigem Streit. Er griff siean und liess am 2. November 1468 auf das Unmenschlichstesie zerstören. Weil Achen der belagerten Stadt Geld undLebensmittel zugesandt hatte, fürchtete es ein ähnlichesGeschick. Es soll in einem Vertrage mit dem Herzog zuMastricht diesen mit einer Summe von achtzig tausendrheinischen Gulden beschwichtigt haben.

Im Jahre 1469 am 20. Juni schloss Achen mit demHerzog Karl dem Kühnen einen Vertrag zu Gent. (Stadtarcli.)Dieser ist in lateinischer Sprache und enthält nachfolgendeHauptpunkte. 1) Der Herzog sichert den Bürgern den

') Quix, der Kreis Eupen, 259.