84
Achen uncl Karl der Kühne von Burgund.
friedlichen Genuss ihrer geistlichen und bürgerlichen Pri-vilegien, ihrer Satzungen und Gewohnheiten; 2) statt derdurch frühere Verträge von den Bürgern zu stellendenfünfzig Bogenschützen für die Schlösser Limburg, Dahlenund Herzogenrath, zahlen sie dem herzoglichen Steueramtzu Mastriclit in Zukunft jährlich zweihundert rheinischeGulden und werden dafür in den Schutz Burgunds aufge-nommen '); 3) im Kriegsfalle ist es dem Herzog gestattet, inAchen für, sein Geld Lebensmittel zu kaufen, wofür dieAchener Bürger in Brabant, Limburg, Falkenberg, Dahlen,Herzogenrath ihre mit dem Stadtzeichen (signo urbis) ver-sehenen Waaren zollfrei durchführen dürfen; 4) der Herzoggestattet den Achenern den herkömmlichen freien Genussihrer Gemeinden, Wälder, Sümpfe und Felder; 5) wennein Fürst oder Herr die Stadt oder ihre Einwohner be-kriegen will, so mag die Stadt dem Herzog die Streitfragevorlegen und von ihm Hülfe erwarten! Andei,e Bestim-mungen beziehen sich auf das Verhalten gegen die beider-seitigen Unterthanen.
Seit den Zeiten des schwarzen Todes waren armeBrüder und arme Schwestern zur Beherbergung Armer, zurKrankenpflege und zur Beerdigung Verstorbener zusammen-getreten. Man nannte sie Celliten von Cella, Grab oderZelle; später Alexianer nach dem Ii. Alexius aus dem5. Jahrhundert. In Achener Urkunden werden sie auchBroet- oder Broitbegarden 2 ) genannt. Später liiessen sieauch tzielbrüder, weil sie neben der Töpferei, welche sieauf dem Diippengraben, so hiess ursprünglich der Alexianer-graben, betrieben, auch Ziegelsteine buken. Papst Gregor XI.nahm sie 1377 unter seinen Schutz, ebenso 1396 Boniiä-cius IX. In einer Bulle Papst Eugens IV. vom 4. Mai 1431heissen sie zuerst Celliten. Bis zum Jahre 1469 lebtenBrüder und Schwestern in Genossenschaften ohne einekirchlich approbirte Regel und ohne feierliche Gelübde.Unter dem 18. März 1469 gestattete der Bischof von Lüt-
') Noch am Ende des 18. Jahrhunderts gezahlt; J. J. Moser,Reichst. Magazin, Frankf. u. Leipz. 1774. I. S. 42. — 2 ) Broitbe-garden up Scharporzgrav in der Stadtr. v. 1301.