Iteifferscheider Reiter nach Achen zersprengt.
45
dies erfuhren, warfen sie eine Brücke nieder, verlegten diePässe und die Wege und schlugen die Reiter in die Flucht,tödteten einige, nahmen andere gefangen und setzten dieVerfolgung bis an Achen fort, in das etliche sich warfen.Die Bürger wurden argwöhnisch, sperrten die Gassen mitihren Ketten, schrien: die Stadt ist verrathen und einge-nommen ! waffneten sich, liefen zur Stadt hinaus, brachtenmehrere der flüchtenden Reiter gefangen ein und riefen:schlagt sie todt! den Kopf ab! Da nun die Herren Bürger-meister und der Meier einige Gefangene auf das Stadthausführten, um ihnen das Leben zu retten, versuchte die Ge-meine, sie ihnen zu entreissen und umzubringen. DieHerren baten die Gemeine, einzuhalten und versprachen,ihr zu Willen zu sein, man solle die Leute, welche ge-schlagen und verwundet seien, vorerst auf das Stadthauskommen lassen. Um die Gemeine zu beruhigen, liess mandie Gefangenen, welche auf Kosten' der Herren eine Zeitlang in der Stadt und auf dem Rathhaus blieben, einenE.id leisten, sich ruhig zu verhalten. Was die Bürger ihnenabgenommen hatten, erhielten sie zurück. In einem Gemüse-garten blieben todt der edle Junker Johann Stock und dervon Kuilenburgh.
Am 9. September 1437 starb Sigmund, der letzte Kaiseraus dem Luxemburgischen Hause. In den ersten Jahrenseiner Regierung war ihm durch unablässiges Bemühen dieEntfernung des grossen Schisma gelungen, in den letztenJahren derselben widmete er seine Thätigkeit der Vermitt-lung kirchlicher Gegensätze auf dem Baseler Concil. Dasdeutsche Reich hinterliess er in einem Zustande grosserSchwäche. - Die Fürsten dachten mehr an den eigenen alsan den Vortheil der Gesammtheit. Die Reichsstände hader-ten unter sich und mit ihren Untergebenen. In den Städtenherrschte Unfriede zwischen dem Clerus und dem Laien-stande, in vielen Städten bittere Feindschaft zwischen demPatriciat und der Gemeine oder den Zünften. Sigmundzeigte der Krönungsstadt Achen, wie die vielen Privi-legien beweisen, grosse Gunst, aber der Hader unter denverschiedenen Ständen der Stadt, der bis zur neueren Zeitsich fortsetzte, verhinderte deren Gedeihen.