Sigmund empfiehlt das Stift dem Schutz der benachb. Fürsten. 43
des Erzbischofs von Köln, des Fürstbischofs von Lüttichund des Herzogs von Jülich befiehlt. Wiewohl er gernesehe, sagt der Kaiser, dass alle Stifte und Kirchen vorUnrecht und Gewalt bewahret werden, so erachtet er esdennoch für seine besondere Pflicht, diejenigen zu be-schützen, welche von seinen Vorfahren, den Kaisern, gestiftetund ausgestattet worden sind. Besonders gelte dies vondem Liebfrauen-Stift zu Aachen, das unmittelbar — an mittel— zum Reiche gehöre und dessen Probst sein Kaplan sei.Da er in eigener Person Probst, Dechanten, Kanoniche undKapitel nicht beschirmen könne, was er doch gerne thäte,und was oft nöthig iväre, so befiehlt er den genanntenFürsten statt seiner und des Reiches wegen Probst, Dechan-ten, Kanoniche und Kapitel in allen Rechten, Gnaden,Freiheiten, Gerichten, guten Gewohnheiten und altem Her-kommen, und auch ihre Untersassen, Unterthanen, Leuteund Güter zu beschirmen.
Erfreulich ist es zu berichten, dass in dieser Zeit po-litischer Schwüle und fast am Vorabende arger bürgerlicherZerwürfnisse fromme Bürger eine Brüderschaft schlössen,um theils leidenden und hülflosen Mitbürgern, theils frem-den Reisenden, besonders den nach Compostella in derspanischen Provinz Galizien zum Grabe des h. Jakob wall-fahrenden Pilgern Unterstütung und Pflege zu Theil werdenzu lassen. Sie errichteten in der heutigen Kleinmarschier-strasse in der Nähe der Pau und der inneren Stadtmauerzu Ehren des Heilandes und seiner glorreichen Mutter einSpital. Drei an der Strasse gelegene Häuser wurden dazubenutzt, auch eine Kapelle mit zwei Altären und einem kleinenThurm wurde errichtet. Den hinter den Gebäuden liegen-den Raum machte man zu einem Kirchhofe für das Spitalund für Andere, die dort beerdigt zu werden wünschten.Am 29. Januar ersuchten die Stifter durch ihre VorsteherPeter Kreitz und Matthias von Ruremond den damaligenErzpriester oder Stadtpfarrer Thomas de Juliaco (Jülich),zu diesem gottgefälligen Werke seine Einwilligung zu gebenund dasselbe zu bestätigen. Der Erzpriester willfahrte,behielt sich aber fast alle Pastoralien bevor. So entstanddas ehemalige Spital zum h. Jakob. (Man vergl. die Stiftungs-