Druckschrift 
2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
Entstehung
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

■12 Achen «. Frankfurt. Die verb. Achener dürfen niclit zurückkehren.

fallen, gefangen und schmälig ihrer Kaufmannsgiiter beraubthatten, was den König um so mehr befremdet, da so-wohl Achener als Frankfurter Reichsbürger seien. Hättenerstere etwas verbrochen, dann mussten sie glimpflich da-für gebüsst werden. Der König gebietet den Frankfurtern,die Gefangenen frei zu geben, ihnen ihr Eigenthum zu er-statten und sie ihre Geschäfte treiben zu lassen. — AnWohlwollen und gutem Willen, das Wohl der Stadt zu för-dern, Hess Sigmund es nicht ermangeln 1 ); aber es fehlteseiner Regierung Macht und Ansehen, um der Stadt dieStürme zu ersparen, welchen sie entgegenging.

Sigmund, welcher erst während des Baseler Conciliumsim 24. Jahre seiner Regierung im Jahre 1433 am 31. Maizu Rom die Kaiserwürde empfangen hatte, befahl am 29.Oktober desselben Jahres von Basel aus (Urk. im Stadtarch.),die Achener Bürger, welche bei der stattgehabten Zwie-tracht aus der Stadt geflohen und verwiesen worden undnoch nicht zurückgekehrt seien, nicht wieder in die Stadtaufzunehmen. Der Kaiser spricht in der Urkunde vonNeuerungen, Zwietracht, Unwillen und „Geschichs" zwischenden Bewohnern der Stadt, woraus dem Reiche, den Bür-gern und der Stadt grosser Schaden erwachsen wäre, wennman nicht zuvor gekommen. Er erwähnt mit Genug-thuung, dass die Unruhen nun gestillt sind, dass diejeni-gen, welche am meisten schuldig gewesen, aus der Stadtgewichen und verbannt seien. Er befiehlt unter Androhungvon Strafe, diese Leute nicht ferner in Stadt und Gebietzu dulden, damit nicht wieder von Neuem Zwietracht er-regt werde.

Es erweckt keine günstige Vorstellung von den innerenZuständen der Stadt, wenn Kaiser Sigmund am 29. April1435 von Presburg aus (Deutsche Urk. im Stadtarch.) dieStiftskirche Unserer Lieben Frau zu Achen in den Schutz

') Am 17. Sept. 1434 bestätigt er der Stadt die Privilegien vonRegensburg aus. Unter den Zeugen ist der Markgraf Friedrich vonBrandenburg und Burggraf von Nürnberg. Am 1. April 1435 be-fiehlt er von Presburg aus, die Achener Bürger nicht vor ein aus-wärtiges Gericht zu laden. (Beide'Urkunden im Stadtarch.)