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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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befruchtet habe, in Wahrheit vielmehr dem politischen und wirt-schaftlichen Felde einen Antrieb gab, der in der auf Zentralisierunggerichteten Entwicklung des gesamten ostmitteldeutschen undnordostdeutschen Gebiets nachwirkt (s. oben S. 23), kann nichtbestritten werden und ist schon von Ranke erkannt worden.Hier möchte ich noch einmal hinweisen auf das wichtige Ergebnisder verfassungsgeschichtlichen Forschungen Otto Hintzes: dieWurzeln der Kreisverfassung in den nordöstlichen LändernDeutschlands liegen nicht in der Verwaltungsorganisation des altendeutschen Stammlandes; vielmehr erscheint darin eine fundamentalabweichende politische und soziale Struktur, deren Grundlage inder Verwaltungsorganisation des deutschen Kolonialgebiets sichfindet; dabei fällt der Einwirkung der alten böhmischen Kaste 1-laneiverfassung, die ihrerseits von dem Muster der sizilisch-normannischen Verfassung abhängt, hinüber nach Schlesieneine entscheidende Rolle zu (s. meinen Aufsatz Euphorion 1926,Bd. 27, S. 506).

Joachimsens Kritik wollte im Gegensatz zu mir den 'Acker-mann aus Böhmen' nicht in Zusammenhang mit Petrarca und denAnfängen des italienischen Humanismus bringen vor Jahrenhatte er selbst freilich umgekehrt geurteilt!, betrachtete vielmehrdiese Saazer Dichtung wie die ganze literarische und künstlerischeKultur Böhmens unter Karl IV. und König Wenzel als einenFremdkörper", der in keinerlei Weise auf die Entstehung desnach seiner Ansicht ganz selbständigen südwestdeutschen Humanis-mus eingewirkt habe. In meiner Erwiderung (Vorwort zu 'DerDichter des Ackermann aus Böhmen' 1. Hälfte, Vom Mittelalt.z. Reform. III, 2, 1926, S. LXIIIff.), meint Stadelmann, vermögeichnur schwache Wirkungen des böhmischen Kreises nach Süd-westdeutschland nachzuweisen". Er hat aber nicht beachtet, daßich im Vorwort zu den 'Schlesisch-böhmischen Briefmustern ausder Wende des vierzehnten Jahrhunderts', V. Mittelalt. z. Reform.V, 1926, S. IXff., meine Auseinandersetzung mit Joachimsens Auf-fassung fortsetzte und daß gerade auch dieser fünfte Band meinesWerks mancherlei sichere Belege der sprachlich-stilistischen Ein-

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