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INEN WESENTLICHEN FORTSCHRITT ÜBER
Scherer hinaus glaubte Karl Voßler und sein Schüler-
kreis erlangt zu haben auf dem Weg, den sie als 'Ide-alistische Philologie' bezeichnen. Das ist ein schönes, stolzesWort, und eine besondere Zeitschrift für 'Idealistische Philologie'bot ein erfreuliches Zeichen dafür, daß das Wort Philologienicht mehr bloß ein Popanz ist, den man verlacht. Aber, wieich schon mehrmals aussprach (s. Euphorion 27 [1926], 495),ist der Ausdruck 'Idealistische Philologie' unglücklich ge-wählt, sofern seine Vorkämpfer Scherers philologische Literatur-geschichte, der auch die Umweltbetracbtung wichtiges Hilfsmittelist, als positivistische Philologie brandmarken. Diese Umwelt-betrachtung muß meines Erachtens immer eines der Elementebiographischer Forschung bleiben, soweit diese sich zu einerBiologie des Geistes, zu einer wahren Lebensdarstellung er-hebt. Die biographische Umweltbetrachtung stammt aber nichtaus dem Positivismus und nicht aus Taine. Man müßte sonst auchGoethes 'Dichtung und Wahrheit' positivistisch nennen. In Wahr-heit kann man Scherers Werk viel eher eine idealistische Literatur-geschichte nennen. Und wenn Voßler in einer Belobigung seinesSchülers Klemperer dessen 'Idealistische Literaturgeschichte' defi-niert als den Versuch, die „sprachliche Gestaltung der Ideale derNation" darzustellen, zugleich aber ergänzend auf die Notwendig-keit einer genetischen Betrachtung gegenüber einer mehr systema-tischen hinweist (DeutscheLiteraturzeitung 1930, 4. Januar, Sp. 19),so scheint mir diese Begriffsbestimmung sehr gut auf ScherersWerk oder wenigstens auf das ihm vorschwebende Ziel zu passen.Denn die Ideale der führenden Dicht '', die Ideale der einzelnenGesellschaftskreise, die Ideale der ~!>l<xTi.an und deren Ausdruck in derliterarisch geformten Sprache zu erkennen, das war, wie er oft be-kannt hat, die Aufgabe, die er erfüllen wollte. Von der Frage, obund in welchem Sinne eine kausal-genetische Betrachtung der
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