Reformation Luthers aufzudecken trachten. Gleiches gilt vom Ge-brauch der Worte 'Humanismus' und 'Renaissance'. Wer sie aufdie in Deutschland erst seit der Mitte des fünfzehnten Jahrhundertsoder gar noch später erscheinende Form der humanistischen undder Renaissancebewegung beschränkt, mag das tun, falls er es deut-lich erklärt. Allen geschichtlich denkenden, an einer genetischenBetrachtung festhaltenden Forschern muß es dann freistehen, inden deutlich sichtbaren Vorbereitungen jenes Humanismus undjener Renaissance im engen Sinn für beide die Wurzeln zu finden.Die von Stadelmann verworfenen Bilder der „Vorstufen" vonReformation, Humanismus und Renaissance werden sich bei solchenger Fassung ihres Begriffs notgedrungen wieder einstellen, wiesie denn auch bei Kirchen- und Kunsthistorikern längst im Schwangesind.
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Meiner Renaissanceauffassung und eben-so meiner Forschung über die Anfänge der neuhoch-deutschen Schriftsprache hat Gumbel in seinem oben(S. 16) genannten Buch den Vorwurf der Enge gemacht. Ersagt (S. 24 Anm. 4), ich sei „bei der Herleitung des Kursus[rhythmischen Satzschlusses] aus der römischen Kanzlei gebliebenund dabei, das Werden der neuhochdeutschen Schriftsprachemit der Ausbildung dieses Kanzleistiles auch stilistisch zu identi-fizieren [eine solche Identifizierung lag und liegt mir fern !]. Esist dies das Gegenstück zu seiner engen Herleitung der neuen An-sicht des Phänomens Renaissance aus der Wortgeschichte, woraufVoßler zuerst den Finger gelegt hat. (Vgl. Reallexikon ii, 283,oben rechts.)" Das Reallexikon wird hier wie die Bibel zitiert,nach leider verbreiteter Unsitte ohne Angabe des in Frage kommen-den Verfassers, und doch sollte dessen Name bei Anführungen aus
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