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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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nicht die einfachste Quellenuntersuchung literarhistorisch frucht-bar gemacht werden ohne ästhetische Bildung" (Kleine SchriftenI 206).

Das ist denn wirklich die Forderung, in der sich der wider-spruchsvolle, vielfach gestufte Drang der heute im Mannesalterstehenden Generation zusammenfindet: der Poesie soll ihr freiesLebensrecht, ihre echte Kraft und Kunst errungen und zugesichertwerden über dem Lärm der Geschäfte und Begierden des Erwerbs.

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DIE GESCHICHTSWISSENSCHAFT VON HEUTErühmt sich, daß sie an Stelle rein genetischer Be-trachtung oder wenigstens neben ihr die Wertung dergeschichtlichen Vorgänge erstrebe. Es wirken sich darin diefruchtbaren Gedanken der Heidelberger Philosophen Windelbandund Rickert aus. Aber gerade diesem Standpunkt kommt Scherers

mit Unrecht streng positivistisch und materialistisch gescholtene

Auffassung der Literatur als Ausdruck des geistigenLebens nahe.

Einer der lautesten Heißsporne der heutigen 'Literaturwissen-schaft', der mit dem von Richard M. Meyer gestifteten BerlinerSchererpreis gekrönte Herbert Cysarz hat Scherers Darstellungder deutschen Literatur des siebzehnten Jahrhunderts 'eine Kari-katur' genannt und in einer Art hysterischen Wutanfalls sich selbstübersteigernd, Scherers Einordnung und Wertung der sogenanntendeutschen 'Barockliteratur', insbesondere seine Verlegung derliterargeschichtlichen Zäsur auf die Mitte des siebzehnten Jahr-hunderts, wodurch der Zusammenhang der Entwicklung unsererLiteratur zerrissen werde, als 'Infamie' bezeichnet. Alle ver-ständigen Menschen wird die unwürdige Form dieses Urteils an-

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