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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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University zu Cambridge (Massachusetts) Preserved Smith inseinem Buch 'Erasmus A Study of his life ideals and place inhistory' (New York and London, Harper and Brothers 1923),S. 1. 321 (mit Berufung auf sein mir unbekanntes älteres Werk'Age of the Reformation' 1920, S. 730 ff.)- Smith kennt undnennt dankbar Mestwerdts während des Weltkriegs erschieneneErasmus - Studie von 19x7, die im wesentlichen eine mit dermeinigen übereinstimmende oder doch nah verwandte Auffassungbegründet, hat aber anscheinend von meinen Untersuchungennichts gewußt, wie auch Mestwerdt seinerseits von meinenForschungen keine Ahnung hatte, weil sie ihm wahrscheinlichin Universitätsvorlesungen und aus geschichtswissenschaftlichenZeitschriften nicht oder wenigstens nicht eindrucksvoll bekanntgeworden waren (s. meine Schrift 'Die nationale Aneignung derBibel' S. 45 Anm. = Mogk - Festschrift S. 262 Anm.). Ich führediese Tatsachen hier nur an als Beispiel zahlreicher anderer gleich-artiger, die alle beweisen, wie stark die Wirkung meiner viel-jährigen redlichen Arbeit beeinträchtigt worden ist durch ihreunzulängliche Beachtung seitens der maßgebenden kritischenOrgane und Schulhäupter der Geschichtswissenschaft.

Die Renaissancebedeutet" für Stadelmann (S. 6)objektivdas Zerbrechen der kirchlichen Einheitskultur" undsubjektivdie Eroberung der dritten Dimension der Persönlichkeit". Wieaber stimmt dazu die Tatsache, daß die Renaissance ihre höchsteBlüte im Dienste der großen Päpste des fünfzehnten und sech-zehnten Jahrhunderts erlebte, daß auch der Spätrenaissance ausder päpstlichen Welt immer wieder neue Kräfte zuwuchsen ? Wiestimmt dazu, daß auch im Mittelalter die Persönlichkeit sich einenstarken literarischen Ausdruck verschafft (Wolfram von Eschen-bach, Walther, Gottfried), daß in den altnordischen Sagas eineelementare Kraft der Persönlichkeit sich bekundet ? Ich habe dieseschon von Friedrich Zarncke und Dietrich Schäfer richtigerkannte Tatsache wiederholt hervorgehoben.

Aber Stadelmann nimmt auf all meine neueren Arbeiten überdas Renaissanceproblem keine Rücksicht. Ihn beherrschtdie

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