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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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zu Joachimsen 1 ) und in vollem Einklang mit mir: Petrarca undJohannes von Saazbegegnen sich nicht nur im zeitlichen, ja imörtlichen, sondern eben auch in demselben geistigen Raum, siehaben also sehr wohl miteinander etwas zu tun als gewichtigeZeugen und erste Deuter eines neuen Lebensgefühls, auch in derTodesbetrachtung" (S. 434). Auch Rehms mir leider bisher unzu-gängliches Buch 'Der Todesgedanke in der deutschen Dichtungvom Mittelalter bis zur Romantik' (Halle a. S., Niemeyer 1928)scheint nach der Anzeige Hugo Friedrichs (Deutsche Literatur-zeitung 1929, 21. Dezember, Sp. 2443) den 'Ackermann ausBöhmen' in den Einschnitt zwischen alter und neuer Zeit zustellen und die eigenen fruchtbaren Darlegungen an meine Ergeb-nisse anzuknüpfen:die naturalistisch-universale Todesfurcht desMittelalters weicht dem Autonomiebewußtsein des modernenMenschen".

Stadelmann hätte wahrscheinlich seinen Irrweg gescheut, hätteer außer dem von ihm zitierten Vorwort zu meinem Buch 'DerDichter des Ackermann und seine Zeit' (Vom Mittelalt. z. Re-format. III, 2, erste Hälfte [1926]) auch den Untersuchungen undder Darstellung dieses Buches Aufmerksamkeit geschenkt. Dortzeigte ich den frei religiösen Standpunkt des Dichters auf Grundeiner Analyse seines Schlußgebets, dessen biographischer Wertdurch das Akrostichon mit dem Namen Johannes und dem Namen

Bei Abschluß dieser Betrachtungen erfahre ich, daß Paul Joachimsenunerwartet verschieden ist. Dem vorzeitig Heimgegangenen zolle ich gern wieschon dem Lebenden Dank und Anerkennung für seine Verdienste um die Er-kenntnis der humanistischen Bewegung namentlich des sechzehnten Jahrhunderts.An meiner nachfolgenden, teilweise gegen ihn gerichteten Verteidigung brauchteich nichts zu ändern. Sie verletzt mit keinem Wort das ehrenvolle Andenkendieses Gelehrten. Es muß hier wohl auch erwähnt werden, daß Joachimsenvor kurzem (Historische Zeitschrift Band 140, Jahrg. 1929, Heft 3 S. 568f.) dender Reformation und Renaissance gewidmete Teil meines 'Vorspiels' besprochenund dabei im Gegensatz zu dem Ton seiner Abhandlung in der HistorischenVierteljahrsschrift von 1920 Bd. 20 für meine Forschungen und auch für meinePublikation 'Vom Mittelalter zur Reformation', ohne seinen Widerspruch zu ver-schweigen, freundliche Worte gefunden hat.

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