Druckschrift 
Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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19
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und kommentierten Texteditionen, Spezialuntersuchung und Dar-stellung zusammensetzt, zunächst ohne Druckzuschuß auf eigeneKosten zu übernehmen. Gleichzeitig richtete sie ihre Fürsorgeauch auf zwei große Veröffentlichungen der Deutschen Kommissionder Preußischen Akademie der Wissenschaften, die in einer ge-wissen inneren Verbindung mit dem sprach- und bildungsgeschicht-lichen Ziele meines Werks stehen: der Abdruck von Handschriften'Deutscher Texte' des ausgehenden Mittelalters unter LeitungGustav Roethes und die von Bernhard Seuffert (Graz)organisierte und mit mehreren Helfern bearbeitete kritische Ge-samtausgabe der Werke Wielands unter Leitung von ErichSchmidt. Über den Plan und die Unternehmungen der DeutschenKommission hat Gustav Roethe in Ilbergs Neuen Jahrbüchernfür das klassische Altertum, Geschichte und deutsche Literatur,Jahrg. 1913, 1. Abt. 31. Bd., S. 38ff., 48f. eingehend berichtet.

Allein der Weltkrieg und die ihm folgende Zeit der Not brachtezwar nicht die Opferwilligkeit, aber die Opferfähigkeit des Verlagsfür mein Werk zum Erliegen. Zunächst stockte jahrelang derDruck. Dann kam und wuchs qualvoll die peinliche Sorge umBeschaffung des nun doch notwendigen Druckzuschusses, sei esvom Ministerium oder von privaten Gönnern oder der Notgemein-schaft der deutschen Wissenschaft. Zugleich lastete hemmend dieSchwierigkeit,- Ersatz zu gewinnen für die durch den Krieg ab-berufenen Mitarbeiter. In all diesen Ängsten und Leiden hat dieWeidmannsche Buchhandlung das Vertrauen zu dem von mirunternommenen, anscheinend gestrandeten Werk nicht verloren.Sie und ich, wir haben, beiderseits ohne jeden Anspruch auf mate-riellen Vorteil, diese der Modeströmung unserer Zeit so weniggemäße, auf strengster quellenmäßiger Einzelforschung und kriti-scher Analyse ruhende weiträumige Arbeit mit unverbrüchlicherTreue festgehalten.

Nach Überwindung unsäglicher Hindernisse ist das Werk,obgleich es in der wissenschaftlichen Kritik wenig beachtet, nurselten von ihr eine ermutigende, wärmere und eingehende Teil-nahme, hingegen wiederholt verständnislose oder gar übelwollende