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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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zu verlegen, so irrt er. Die Einsicht, die er vermißt, war sicherlichlängst unter den wirklich Sachkundigen verbreitet. Ich selbst z. B.habe schon 1884 in meinem Buch 'Die Einigung der neuhochd.Schriftsprache' das sechzehnte Jahrhundert als Einleitung behandeltund die Darstellung der literatursprachlichen Bewegung mit derersten Generation des siebzehnten Jahrhunderts, mit dem Auf-treten von Ratichius und Opitz begonnen. In meiner Abhandlung'Zur Geschichte der neuhochdeutschen Schriftsprache' (Festgabefür Hildebrand 1894, wiederholt 1925 in meinem 'Vorspiel. Ge-sammelte Schriften zur Geschichte des deutschen Geistes.' Halle a. S.Max Niemeyer, I 2, 34ff.) habe ich gleichfalls den sprachlich-literarischen Neubau mit Opitz verknüpft, aber zugleich dessenVorläufer, die Vorbereitungen im ausgehenden sechzehnten Jahr-hundert beleuchtet.

Auch Scher er hatte sicherlich dieselbe Auffassung. Er würdeheute ohne Frage den sachlichen Ausführungen, die Cysarz überden Periodenanfang gibt, gar nicht widersprechen. Aber er würdesich ihnen gegenüber auf seine einstige Rechtfertigung seiner an-fechtbaren Periodisierung berufen:Wer nicht begreift, daß dieEinschnitte der Epochen in der Dar Teilung zugleich scharf hervor-gehoben und anderseits doch wieder verwischt werden müssen,der kennt weder das Leben noch die Geschichte" (Literaturgeschichte1883, S. 751). Daß übrigens um die Mitte des siebzehnten Jahr-hunderts mit Scherer auf alle Fälle eine starke Zäsur des gesamtengeistigen Lebens Deutschlands anzusetzen ist, habe ich wiederholtbetont und wird schwerlich auf den Widerspruch unbefangen ur-teilender Sachkenner stoßen (vgl. meinen Aufsatz 'Die Kultur-bewegung Böhmens und Schlesiens an der Schwelle der Renaissance',Euphorion 1926, Bd. 27, S. 496).