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Wissenschaftsgeschichtliche Eindrücke eines alten Germanisten : Festgabe zum zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum der Weidmannschen Buchhandlung
(1. April 1930)
Entstehung
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für germanische Philologie' von einem karikierenden Referat demGelächter urteilsloser Leser ausgeliefert. Darüber konnte sichmein damaliger Hallischer Kollege, der treffliche Karl JohannesNeumann nicht genug verwundern und entrüsten. Er wurdeseitdem und blieb sein ganzes (leider schon 1917 erloschenes)Leben lang mein treuester Freund und beschämend gütiger Lob-redner. Mein in den 'Jahresberichten' so unglimpflich behandelterAufsatz verschaffte mir aber auch eine warme Zuschrift ErichSchmidts, aus der ein Briefwechsel und nach persönlicher Be-kanntschaft bei der Gründung der Goethe-Gesellschaft in Weimar(1.8S 5) eine herzliche, in der gemeinsamen Arbeit für GoethesWestöstlichen Divan sich befestigende Freundschaft entstehensollte." Der Aufsatz selbst freilich, die Quelle meiner lebensläng-lichen innerlichen Verbindung mit den genannten beiden Männern,blieb in der Wissenschaft ohne allgemeinere Beachtung. In KarlBüchers reichem anregendem Buch Arbeit und Rhythmus', daseine umfangreiche germanistische Literatur berücksichtigt, ist ertrotz der nahen Verwandtschaft des Themas nicht verwertet.Auch der Neudruck scheint daran nichts geändert zu haben, wieAufsätze aus jüngster Zeit erkennen lassen, die aus meinen Nach-weisen zu ihrem Vorteil hätten schöpfen können. So wirkt eineunverständige Kritik in Deutschland Jahrzehnte durch fort.Immerhin stelle ich mit Genugtuung fest: die allerneueste, weitausgreifende Erörterung des Kürenbergischen Falkenliedes vonTheodor Frings folgt (Paul-Braune-Sievers Beiträge 1930Bd. 54, S. 147 Anm. 1; 146) einerseits in der Interpretation der'seidnen Riemen' und der Gefiedervergoldung (wiedererkanntealte Liebessymbole, nicht aber Gaben einer neuen Geliebten),anderseits in der Vermutung, daß hier 'ein altes episches Thema'zugrunde liegt und im 'Zeitalter des Minnesangs fraulich-lyrischzugespitzt' ist, jenem meinem Jugendaufsatz vom Jahre 1883(s. Zeitschr. f. dtsch. Alt. 27, 364. 365 = Reinmar u. Walther 2S. 259 Anm. 14; 260).

Nach Scherers jähem Hinscheiden (1886) bin ich selbst zumerstenmal mit der Weidmannschen Buchhandlung in eine wissen-

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