■ ■• i ■'-■."' l '■■■'■•■■■'■..'''■ '
I ü '" : - ■<■■■■/•[
^^H
191
schrieb er aus Antwerpen an Wilhelm Nesen. Hier hielt er sich biszum 2. Oktober auf (ep. 218) und kam vor dem 6. Oktober wiedernach Brüssel (ep. 160, ep. 219).
Als er London verlassen hatte, war ihm sein Freund More nachRochester nachgeeilt. Nach London zurückgekehrt, schickte ihm Moream 3. September (App. 174) das Manuskript seines neuen Werkes,der „Utopia" (Nusquama), zu, das er auf seiner Gesandtschaftsreise inden Niederlanden verfasst hatte. Die Sendung war für Aegidius be-stimmt, den er seit eben dieser Anwesenheit in den Niederlanden kannte 1 )und der das Werk im Februar 1517 bei Martens in Löwen im Druckerscheinen liess 2 ). Mit der Herausgabe seiner Epigramme betraute erErasmus, bat ihn aber, die gegen Germain Brice gerichteten zu unter-drücken; eine Geldsumme, die Erasmus bei ihm hinterlegt, wollte erihm zu Michaelis nach Antwerpen schicken. Ein Brief, den Erasmusan ihn von Calais schrieb, besitzen wir nicht, wohl aber More's Ant-wort darauf: App. 251. Maruffus, der säumige Zahler der Warham-schen Pension, den More im Juni überlistet hatte (App. 252), hattesich über einen Verlust bei der Auszahlung beklagt; „ich habe ferner",fährt More fort, „an Dich neulich einen andern Check von ihm über 20Pfund vom Erzbischof geschickt .... der Ueberbringer dieses Briefeswird die 20 Pfund, die Du bei mir deponiert hast, an Aegidius zahlen,und zwar 30 einheimische (flandrische) Pfund für 20 englische." Zu-nächst sei also festgestellt, dass hiernach App. 251 auf App. 174 folgt.Doch auch der erwähnte, dem App. 251 voraufgehende Brief mit demCheck des Maruffus ist vorhanden; es ist App. 52, aber vom 25. Fe-bruar datiert. „Der Erzbischof von Canterbury", heisst es hier, „hatan Dich 20 Pfund schicken lassen; ich habe daher die AnweisungMaruffus' und zugleich den Brief des Erzbischofs an mich Dir zuge-schickt." Dann weiter: „Ich habe neulich einem Landsmann geschrieben,der das Geld von mir zur Messe erhalten wird, er möge an Aegidius30 flandrische Pfund zahlen, wogegen Aegidius über die 20 Pfundquittieren wird, die Du neulich (uuper) bei mir hinterlegt hast". Wirvergleichen ferner folgende Stelle: „Deinen Brief habe ich an Latimer
') Über More in seinen Beziehungen zu Brabant vgl. Neve, La renais-sance des lettres . . . en Belgique. S. 124 ff. — Beiläufig: das Bild, das alsThomas Monis die Leydener Ausg. der Briefe des Erasmus schmückt (S. 55),ist weder das Portrait More's noch nach einem Holbeinsohen Gemälde ge-stochen; es rührt von einem französischen Künstler her. Vgl. Woltmann,Holbein und seine Zeit. Leipzig. 1874 u. 1876. I, 340 ff.
a ) Van Lseghem, S. 267 No. 108.
HM
MM I
■Hl
H
■1
RH»
ITITiii
■1