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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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wird in derselben Zeit gewesen sein, als an Erasmus, auf dem die Blickedes ganzen gelehrten Deutschland ruhten, auch aus Bayern Einladungenergingen. Urbanus Regius (Rieger) richtete im Auftrage des jugendlichenHerzogs Ernst von Bayern, des späteren Bischofs von Passau, der 1515unter Avenlins Leitung in Ingolstadt studierte, und des bayrischen RatesLeonhard von Eck an den Basler Kanonikus Johann Faber (Heigerlin)das Ersuchen, den gefeierten Gelehrten durch weitgehende Versprechungenzur Übernahme einer 'ordentlichen Professur in Ingolstadt zu bewegen(ep. 229) 1 ). In einem vertraulichen Schreiben (ep. 230) formulierteer seine Anträge genauer: der Herzog verspräche 200 Goldgulden undeine Pfründe; sollte trotzdem Erasmus nicht darauf eingehen, so mögeer wenigstens Ingolstadt einen Besuch abstatten, dessen Kosten der Herzogihm ersetzen wolle. Diese Einladung mag im Anfang Februar erfolgtsein, denn am 24. Februar (App. 51) lehnte Erasmus sie höflich aberbestimmt ab. Statt seiner empfahl er am 7. März (App. 53) mitwarmen Worten Glarean.

Aber je mehr sich Erasmus, mit Arbeiten überhäuft, allen Kund-gebungen zu entziehen suchte, je spärlicher aus der Studierstube inBasel die Nachrichten nach aussen drangen, um so grösser war diewissbegierige Teilnahme seiner Freunde und Verehrer.Vivi-ne adhuc,"schrieb am 15. Januar (App. 46) der alte, kranke Wirapfling, den dieGicht nicht mehr das Maultier besteigen Hess, um nach Basel zu kom-men,vivi-ne adhuc an vita functi sunt, aut inter martiales et ferocesinhumanitatem quandum contraxerunt dominus Erasmus Roterodamus,Joannes Oecolampadius, Beatus Rhenanus?"Vivimus," antworteteihm der also Gemahnte am 3. Februar 2 ),valemus, tui meminimus, te

') Herzog Ernst in Ingolstadt: Friedr. Schmidt, Gesch. der Erziehungder bayrischen Witteisbacher (Monum. German. Paedag., herausg. von Kehr-bach, Bd. XIV) Berlin 1892, S. XXIX ff. Über Regius: Heimbürger, Hamburg u,Gotha 1851; Uhlhorn, Urb. Rhegius'Leben u. auserwählte Schriften. Eiber -feld 1861. Über Faber: Horawitz, Joh. Heigerlin gen. Faber, Bischof vonWien. Wien 1884. Uhlhorn (S. 345 Anm. 13) legt die Verhandlungen indas J. 1514, da er die erste Basler Reise 1513 ansetzt und als Geburtsjahr1465 annimmt; er scheint auf Von der Hardt, Hist. litt. Reform. (Frankf. u.Leipz. 1717) I, 13 zurückzugehen. Richter (Erasmus-Studien; Anh. I) hat eswahrscheinlich gemacht, dass Erasmus am 28. Oktober 1466 geboren ist;vgl. indes hierzu die Recension von Max Herrmann in d. Zeitschr. f. dtsch.Altertum 1894. S. 43 ff.

2 ) Zuletzt abgedruckt bei Riegger, Amoen. litt. Friburg. (1779) S. 478,mit dem falschen Datumpostridie purificationis MDXVII" statt MDXVI.