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drucker Hans Amerbach das Werk seines Lebens, die Herausgabe desHieronymus, bei der ihm Reuchlin und später der gelehrte DominikanerJoh. Conon (Kuhn) aus Nürnberg ihre Dienste geliehen, seinen Söhnenals Erbe hinterlassen hatte; um sich davon zu überzeugen und mög-licherweise seine Arbeit mit der ihren zu vereinigen, traf er unter demVorwande einer Reise nach Rom in Basel ein 1 ).
Hier in Basel beginnen nun die persönlichen Beziehungen desErasmus zu den deutschen, vornehmlich den oberdeutschen Humanisten.Mit" Reucblin, vielleicht auch sonst mit dem einen oder dem andernvon ihnen, war er schon früher bekannt; in seinem Briefe an jenen vom1. März 1509 sagt er, dass er schon zweimal an ihn geschrieben. Alser noch in England weilte, im April 1514, teilte ihm Reuchlin vonFrankfurt aus das Urteil des Bischofs Georg von Speyer, des päpst-lichen Schiedsrichters in dem Reuchlinschen Händel mit den KölnerDominikanern, vom 29. März 1514 in einem kurzen Schreiben mit(App. 5), das den Gang der Angelegenheit bis zu der bischöflichenEntscheidung erzählt und die kurze Bitte um die Verteidigung seinerSache in England enthält. Eine Begegnung zwischen ihnen in Frank-furt, wie Geiger annimmt, hat vorher nicht stattgefunden, denn Erasmuskam erst im August in Oberdeutschland an. Damit ist auch die Hy-pothese hinfällig, dass dies Promemoria eine Folge der Zusammenkunftgewesen und dass daraufhin Reuchlin Erasmus „gleichsam zum Schieds-richter" aufgerufen habe 2 ); vielmehr fand das Zusammentreffen erst einhalbes Jahr später statt. Gleichwohl gehört App. 5 in das Jahr 1514,da die Entwickelung des Reuchlinschen Prozesses bis zum März 1514,eben bis zum Urteil des Bischofs von Speyer, berichtet ist; wir dürfenihn sogar vor den 25. April legen, da Reuchlin später die hier nochnicht erwähnte Appellation Hochstratens nach Rom kennen musste. —Erasmus beantwortete diesen Brief, noch von England aus, etwas zu-rückhaltend; als er aber, wie er aus Basel an Reuchlin schreibt 3 ), inMainz die Schrift selbst las, lachte er laut auf und trat ganz aufReuchlins Seite. Wir werden diesen Brief, da nach ihm Erasmus MitteSeptember nach Italien reisen will und vorher noch einen griechischen
') Beatus Rhenanus an Karl V., Opp. Erasmi I; vgl. Geiger, ReuchlinsBriefwechsel, No. CIX u. CXIII?.
2 ) Geiger, Johann Reuchlin. Leipzig 1871. S. 337.
3 ) Mitgeteilt iu Reuchlins Briefwechsel, herausg. von Geiger. Tübingen1875. S. 224, No. CXC; Geiger legt ihn irrtümlich nach Lüwen, obwohl erihn auch vom August 1514 datiert.