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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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Jäh aber wird diese sich entwickelnde Trierer Buchmalerei auf einweit höheres Niveau gehoben durch den machtvollen Willen und diemächtige Kunstliebe eines Kirchenfürsten, dessen Bedeutung nicht hochgenug angeschlagen werden kann. Verschiedene Male schon hatten wir Ge-legenheit, Egberts Bedeutung für die Kunst seiner Hauptstadt zu schildern.Einige Prachtwerke ersten Ranges zeugen neben den übrigen Durchschnitts-arbeiten von der Kraft und Höhe der Schule. Denn als die Werkeeiner enge geschlossenen, konzentrierten Schule von indivi-duellem Charakter müssen die Trierer Bilderhandschriften jener Zeit be-zeichnet werden. Einerseits war diese Schule vernünftig und konservativgenug, um den überkommenen karolingischen, so oft erprobten, solidenBestand beizubehalten, andererseits verschluss sie dem Neuen nicht denZutritt. Dies Neue, hauptsächlich vermittelt durch Reichenauer Werke,enthielt sowohl altchristlich-römische Zuflüsse aus Italien, als auch eineBereicherung des ikonographischen Darstellungsmaterials. So ist dieTrierer Schule in der ottonischen Zeit von einer eminenten Bedeutung,die der von Voege konstatierten Hauptschule ebenbürtig an die Seitetritt, ja ihr gegenüber für uns eine gesteigerte Bedeutung gewinnt, da sievermöge ihres stark individuellen Charakters eine zuverlässigere Lokali-sierung gestattet, als die oft nur lose verknüpften Hss. der KölnerHauptschule. Zeuge ihrer Bedeutung ist ferner der Umstand, dass sienicht bloss die nähere Umgebung in ihren künstlerischen Bann zieht,sondern auch weiterhin beeinflussend gewirkt hat.

Nach der Wende des ersten Jahrtausends erhielt sich die Schule zu-nächst auf der alten Höhe, aber dann tritt ein gewisser Verfall ein. Ausser-dem lassen uns hier die Belege mehr im Stiche. Doch die gute Technikund das gediegene Schulinventar erhielten sich noch lange, und manch-mal tauchen aus den Trierer Bilderhandschriften des späteren Mittelalterstüchtige Arbeiten auf, die der alten Bedeutung der Schule sich würdigerweisen, und die als künstlerisch wertvolle Produkte zu bezeichnensind. So z. B. die Hs. 261 *) der Trierer Stadtbibliothek vom Anfang

J ) Vgl. meine Beschreibung der Hs. in Schnütgens Zeitschrift fürchristl. Kunst 1894, No. 11, S. 345 ff. Ähnlich nennt sich in einer Hs. saec.XII zu Sigmaringen (Hofbibliothek Cod. 9) auf fol. 244a ein Frater Rufillusaus Kloster Weissenau. Er setzte sich mit den Malutensilien in das Runddes Initials und lässt sein Abbild den Namen in den Zwischenraum des Buch-stabens schreiben. Vgl. den Katalog d. Hss. v. Lehner. Anzeiger d. Germ.Mus. N. F. 14, 1867. S. 235/6. Mitteilungen des Vereins für Kunst undAltertum in Oberschwaben. 1865 S. 25. Hassler, Ulmer Gymnasialprogrammvon 1855.

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