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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
Entstehung
Seite
68
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dazu diente, die Hitze zu zerteilen und die Fliegen davon abzuhalten,sich den heiligen Geräten zu nähern 1 ).

Das Bild ist in Deckfarbentechnik mit vollständig irischem Farben-geschmack ausgeführt. Einer Scheidung in eine irische und eine ein-heimische, aber stark irisch beeinflusste Hand, wie sie Görtz a. a. 0.gemacht hat, kann ich nach einer Untersuchung des Originals nichtbeistimmen; sie ist zu subtil. Offenbar rührt der Tetramorph vonHand 1 her, wie auch Janitschek annimmt.

Die nächsten Seiten enthalten den Brief des h. Hieronymus anPapst Damasus, worauf das Incipit des Matthäus folgt. Ein irischerviereckiger Rahmen (Westwood pl. 18) mit Vogelkopfausläufern an denEcken zeigt auf grauem Grunde zwei geflügelte Engel, die mit derlinken resp. rechten Hand in der Mitte ein rechteckiges Purpurblatthalten, das auf einer kurzen Säule anfliegt; auf einer treppenförmigviermal abgestuften Basis ruht der Schaft (ganz im Flächenstil gehalten)und darauf als Kapitell ein geflochtener irischer Bandknoten. Die irischenCharakter zeigende gelbe Inschrift lautet: INCIPIT/EVANGE/LIUMSE+/CVNDVM MATTEÜM. Oberhalb der Inschrift liegt eineklassische Schnecke und darüber ein irischer Bandknoten. Über denbeiden Engeln stehen in irischen Buchstaben die Inschriften Scs. Michaelund Scs. Gabriel. Bühren die bisherigen Teile des Blattes von Hand 1her, so stammt die Darstellung der beiden Erzengel von Hand 2. Inungezwungener Haltung stehen die beiden langflügeligen gedrungenenGestalten in Vorderansicht; die beiden freien Hände tragen lange gelbeStäbe mit je einem roten Knopf an beiden Enden. Eine blaue in weissund dunklerem Lokalton gehöhte Tunika, deren Ärmel bis au denEllenbogen reichen, trägt zwei gelbe Clavi mit roten Querstrichen, dar-über liegt ein ähnlich gezeichnetes rosafarbenes Pallium, das links undrechts s£(i)pic; lässt. Gleichfalls rosafarben sind die Flügel; das Gefiederist schwarz eingezeichnet. Ein braungelber Nimbus mit breitem blauenKontur umschliesst den Kopf, der üppige rotbraune Locken (mit gelb-braunem Haarband) trägt. Über den Nimben wird durch weisse undblaue halbmondförmige Striche eine Wolkenformation ausgedrückt. DieFüsse sind nackt. Also ein vollständiges Ineinandergreifen beider Hände!

Es folgen dann die rundbogigen zehn Kanonestafeln; ein Haupt-bogen überspannt die vier kleineren Bögen (ein Beispiel Westwood Tafel 19).

r ) Kraus, Realencycl. I. S. 529 ff. Westwood a. a. 0. Appendix S. 153.Westwood Tafel 53 7 reproduciert ein ähnliches Flabellum aus dem Bookof Keils. Vgl. auch meinen Aufsatz über eine longobardische Elfenbeinpyxisin den Mitteilungen des Germanischen Museums 1895. S. 32.

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