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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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Hand. Der irische Schreiber und wohl auch Maler nennt sich durchdie Inschrift:thoraas scribsit" (Lamprecht, Tafel 4 u. 5, Westwood,pl. 20) in roter Unciale. Lamprecht hält diesen Thomas für denOrnamentenmaler", und seine Annahme wird dadurch bestätigt, dasser seine Künstlerinschrift auf die Bilder setzt (Schnaase a. a. 0. S. 616).In St. Gallen braucht der Schreiber nicht erzogen zu sein, wie Schnaase(a. a. 0.) annimmt; gerade in nächster Nähe Triers, in Echternach waraltirische Kunst und Kultur heimisch; einige irische Hss. aus diesemKloster, dessen Malerschule ja auch noch in späterer Zeit in engstemZusammenhange mit der Trierer stand, sind noch erhalten (vgl. unten).Die Identifikation unseres Thomas mit dem späteren Abt von Hohen-augia bei Strassburg, die Westwood (a. a. 0. S. 76 f.) versucht, istdoch nicht stichhaltig, zumal so gewichtige Indicien für Trierer Ursprungsprechen. Die Annahme von Görtz, es hätten drei Hände den künst-lerischen Schmuck ausgeführt, kann ich nach einer Untersuchung desOriginales nicht teilen; man muss wohl auf die alte Annahme derbeiden, auch national unterschiedenen Hände, zurück greifen, derenThätigkeit eine innig verbundene, eng ineinandergreifende war.

fol. la steht in von roten Punkten umsäumtem viereckigen Feldedie einleitende Inschrift von der irischen Hand:Scriptori vita eterna.Legenti pax perpetua. Videnti felicitas perennis. Habenti possessio cusaluti. Amen. Do gratias. Ora pro me. Ds tecum".

fol. Ib. Die vier Evangelistensymbole bilden, in vier oblongeRahmen eingeschlossen, die Form eines Andreaskreuzes, (Anordnung:oben homo und leo, unten vitulus und aquila) dessen Mitte ein Me-daillon bildet. In demselben sieht man ein Brustbild des jugendlichenunbärtigen Christus mit einem Buche in der Hand. Ein einfacher gelberNimbus mit rotem Kontur umschliesst das Haupt des Erlösers. DerHintergrund des Medaillons ist dunkelblau mit weissen Punkten, diezu Dreiecken vereint sind. Die Malerei, von der altchristlich beein-flussten Hand ausgeführt, ist in Deckfarbentechnik. Von den Evange-listensymbolen rühren drei von der irischen Hand (Hand 1) her, währendder homo des Matthäus, ein hübscher Mann ohne Nimbus, mit einerBuchrolle in der rechten Hand, Sandalen an den Füssen, in feinerFederzeichnung mit leichter Aquarellkolorierung, auf Hand 2 zurückgeht.Das ganze umgiebt ein Bahmen, der dem Rahmen um den Matthäusim Willibrordevangeliar zu Paris (Bibl. nat. fonds. lat. 9389. saec. VII.) 1 )

') Vgl. Voege, Malerschule S. 380 die Litteratur übor diese IIs.