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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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wie der Amiatinus, in England geschrieben, direkt auf italienische Vor-lagen hinweist, so lagen sicher ähnliche italienische Hss. in den Schreib-schulen von Tours und der andern Culturcentreu des fränkischen Reichesvor (vgl. den Ashburnham-Pentateuch). Gerade in Tours, das von jeherals die Hochburg des orthodoxen Glaubens angesehen wurde, war sicherein starker altchristlicher Einfluss ununterbrochen wirksam.

Gallien war ja noch im 4. Jahrb. wegen seiner Grammatiker- undRhetorenschulen berühmt; Männer wie Sidonius Apollinaris zeichnetensich durch eine wirkliche tiefe Liebe zur klassischen Litteratur aus, undauch in der Folgezeit dauerte diese Tradition fort, allerdings sich etwasabstumpfend. Eine rein formale Ausbildung der Sprache und rheto-rischer Schwulst sind vorherrschend. Sogar ein Merowinger, KönigChilperich, hatte litterarische Neigungen und dichtete selbst nach demVorbilde des Sedulius 1 ).

Der Boden war also hier vorbereitet, und es bedurfte nur einesäusseren Anlasses, um hier wieder neue Blüten emporspriessen zu lassen.Diesen Anlass gab die durch die Macht eines Weltbeherrschers wieKarls des Grossen hervorgerufene Renaissance.

Man kann in dieser Zeit den italienischen Einfluss nicht hoch genuganschlagen. In Italien sind ausschliesslich die Vorbilder der karo-lingischen Bilderhandschriften zu suchen. Papst Paul I (737767) sandtean Pipin gelehrte Schriften, die nach Menzel (Adahs. S. 3) zur Ver-besserung der total verrohten Schrift dienten 3 ).

Lupus von Ferneres, der einen ungeheuren Drang nach Wissenund Kenntnis der Alten hatte, wandte sich überall hin, sogar bis nachRom, mit der Bitte, ihm Handschriften zu übersenden 3 ). Ob Godescalcselbst in Italien (Rom) war, wie folgende Verse 4 ) schliessen lassen undwie auch Janitschek (Adahs. S. 85) annimmt, ist nicht ganz sicher.Dennoch möchte ich mich Janitscheks Vermutung anschliessen, obgleich

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') Loebell, Gregor von Tours. 2. Aufl. 1869. S. 31 f.

2 ) Jafle, Bibl. rer. gerra. IV. Mon. Carol. p. 101.

3 ) L. Traube, Untersuchungen zur Überlieferungsgesch. röm. Schrift-steller. Sitzungsber. d. phil.-hist. Ciasse d. bayr. Akad. d. Wiss. 1891- III.S. 390 ff.

*) Ultimus hoc famulus studuit complere Godesscalc

Tempore vernali transcensis Alpibus ipseUrbem romuleam voluit quo visere consulUt Petrum sedemque Petri rex cerneret atquePlurima celsithrono deferret munera Christo. Adahs. S. 85.

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