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Beiträge zur Geschichte der Trierer Buchmalerei im früheren Mittelalter
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sehr gut zur Geltung kommen. Die charakteristischen Punktgruppensind weiss. Ornament 2 ist ebenfass rot mit weissen Strichen gehöhtauf den Purpurgrund aufgesetzt. Es handelt sich um das alte Motivder symmetrischen Anordnung von 4 gleichen Teilen um einen fixiertenoder angenommenen Mittelpunkt. Bei 1 ist der Mittelpunkt durch diezu einer Gruppe vereinten 4 Punkte bestimmt, bei 2 markiert sichderselbe schon durch das Zusammenlaufen der 4 Spitzen. Der Adacodexzeigt (Tafel 4, 16) solche Kombinationen, ebenso die Hs. 7 der TriererStadtbibliothek 1 ); diese zeigen auf ein Ornament der Goldschmiedekunstals Vorbild hin. Und in der That finden sich auf der Schmalseite desAndreasschreines ähnliche Kombinationen und die Langseite desselbenReliquiars weist, wie auch aus'm Weerth 2 ) und Beissel 3 ) bemerken, eineVerzierungsart auf, die darin besteht, dass um eine Perle als Mittel-punkt sich vier rotemaillierte Blätter zu einer Art von Blume legen,ebenso wie auf dem Deckel des Echternacher Codex. Die Goldschmiede-technik nahm also dies alte schon im Adacodex 1 ) auftretende Motivwieder stärker zur Verwendung auf und wirkte dadurch auf die Malereianregend. Die Miniaturen des Echternacher Codex weiseu ebenfalls solcheMotive auf. Das dem Echternachcodex sehr nahestehende Pariser Evan-geliar (Bibl. nat. Cod. lat. 88 S. 1. suppl. lat. 667) hat auf Bl. 2 bein viereckiges Medaillon mit weissem Stern auf Gold 5 ).

fol. 14b. Bereits oben wurde darauf hingewiesen, dass für diekünstlerische Ausschmückung der Sacramentarien zwei Stelleu besondersin Betracht kommen. Bei der sogenannten Praefatio 6 ) hat sich nachdem litterarischen Zeugnisse des sogenannten Mitralis des Bischofs Sic-cardus von Creraona eine gewisse typische und monogrammatische Ligaturder Anfangsbuchstaben V" und D (Vere Dignum) gebildet, die wir in

') Lamprecht, Initialornam. T. 18, d. S. 29, No. 56. Sie stammt ausder 2. H. d. 10. Jahrh.

') Denkm. I, 3. S. 81.

3 ) Stimmen a. M.-L. a. a. 0. S. 485.

4 ) Die Hs. 147. 2. H. d. 9. Jahrh. in Köln (Lampr., Initialor. S. 27.No. 16 Tafel 7, 9) ist vielleicht auch in Trier entstanden, denn nicht blossin dem oben erwähnten Verzierungsprinzip, sondern auch in deu Bandverschling-ungen weist sie auf den Adacodex hin; besonders ähnlich ist das über-hängende knollige Zusammentreffen zweier Bänder (vgl. Initialorn.Taf, 6).

5 ) siehe unten.

6 ) Vere dignum et iustum est, aequum et salutare etc.

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