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Vermehrung der deutschen Kriegsflotte unmöglich gefallen, wennes auch durch seine guten Häfen längs der Nordsee wechselndeVasen aufzusuchen und den Kanal und im schwächeren Maße dieSee zwischen Schottland und Norwegen zu sperren in der Lage war.Der dem Flottengesetze von 1900 zugrunde gelegte Bauplan sollte1917 die auf die Tauer vorgesehene Gesamtzahl der Schiffseinheitenerreichen. 1912 verhandelte der englische Kriegsminister Lord Hal-dane mit dem Reichskanzler über ein Vremsen im deutschen Schiffs-bau, doch England fand sich zu der Erklärung einer „wohlwollendenNeutralität, sollte Deutschland ein Weltkrieg aufgezwungen werden",nicht bereit. Es frug sich also, ob in einem Seekriege mit Englanddie kleinere deutsche Hochseeflotte in der Nordsee im Vertrauen aufdie Wahrheit, daß die großen Seekriege der Weltgeschichte von denkleineren, aber geschickter geführten Flotten gewonnen wurden, denKrieg offensiv führen werde oder defensiv. Tirpitz, der Vater derHochseeflotte, vertrat die strategische Offensive.
Vei Veginn der Negierung Wilhelms II. war ein Dualismusgeschaffen: die Verwaltung oblag dem Neichsmarineamte, dessenStaatssekretär 1914 von Tirpitz war, die Kommandogewalt hatteder Kaiser dem Oberkommando der Marine überwiesen, bei dessenAuflösung 1898 er sie selbst übernahm. Ihm unterstanden unmittel-bar der Chef des Admiralstabes der Marine, wie die Chefs der beidenMarinestationen und andere Vehördenleiter. Diese Teilung hatte fürFriedenszeiten einen Vorteil gehabt. Der Hauptträger der Politikdes Flottenausbaues konnte seine Popularität dafür im Reichs-tage einsetzen, ohne eine Toppellast zu tragen, konnte den Gedanken,daß die kaiserliche Marine, die sich aus allen Teilen des Neichesgroßenteils durch Freiwillige ergänzte, ein Schmelztiegel deutscherEinigkeit sei, daß sie den deutschen Namen in alle Gewässer derErde trage, weiten Kreisen verkünden. Als der Krieg ausgebrochenwar, beantragte er, daß beide Ämter zusammengelegt würden, dieeinst auf seinen Antrag hin getrennt worden waren, hatte damit aberkeinen Erfolg. Das Instrument zu spielen, das er geschaffen, wardihm versagt.
Hatte Vismarck sich eine unsägliche Fülle von Arbeiten aufge-bürdet, die so intensiv keiner seiner Nachfolger zu bewältigen ver-
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