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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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diesen Fürsien eines Staates, der auf sich gestellt wenigstens einigeZeit hätte selbständig bleiben können, bis der Zollverein 1876 hätteerneuert werden müssen, hat Vismarck, der Menschenkenner, meister-haft behandelt und ihn zu Schritten bewogen, die ihm innerlich zu-wider waren.

Aber auch im eigenen Lager türmten sich Kindernisse auf. DieLiberalen hielten es für richtig, jetzt durchzusetzen, was ihnen 1867nicht gelungen war, ein verantwortliches Vundesministerium. Esgab auch liberale Anitarier.

Die Konservativen Preußens wollten die preußische Vorherrschaftausgebaut und dem Reichstage ein aristokratisches Oberhaus an dieSeite gestellt sehen. Der preußische Kronprinz, der wie sein Schwager,der badische Großherzog, den liberalen Anschauungen nahestand,teilte mit diesem das Verlangen nach einem verantwortlichen Mini-sterium, wollte ein starkes Kaisertum und statt des Bundesratesein aus regierenden und mediatisierten Fürsten zusammengesetztesOberhaus, dessen würdevolle Einigkeit und absolute Verschwiegen-heit doch kaum lange angedauert haben würden. Der Kronprinzmeinte selbst, Anwendung von Gewalt dürfe endlich nicht gescheutwerden.

Gegen alles das stellte sich der Bundeskanzler. Er wollte ein vonden Fürsten in voller Freiheit dargebotenes Werk schaffen. Auchder Norddeutsche Reichstag solle nicht die Initiative ergreifen. Erwollte um ein von Vismarck gebrauchtes Vild auszuführenden Flügelanbau an den schon bestehenden Kauptbau so ausführen,daß er den Bewohnern aus freiem Entschlüsse als behaglicher Naumgefalle. Er fand es auch nicht rätlich, an dem Altbau viel zu ändern;denn dann hätten auch dessen Vewohner Forderungen gestellt.

Es ist eine Nachwirkung des Geistes übler Tage, daß Fürsiendes Südens, nachdem es wahrscheinlich geworden war, daß Frank-reich werde Land abtreten müssen, an Erweiterung ihrer Gebietedachten, so Württemberg an die hohenzollernschen Lande. Vayernnahm die alte Forderung nach einer Landbrücke zwischen llnter-franken und der Nheinpfalz auf. Der Großherzog von Vaden, derim Elsaß abgefunden werden sollte, lehnte energisch den Tausch ab.Die Zeiten, da Fürsten Gebiete vertauschen konnten, waren vorüber.

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