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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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den und alten und neuen Gegnern. Der Krieg war äußerst unpopulär,nicht nur in den Kreisen der Großdeutschen, sondern weit darüberhinaus. Auch aus Preußen kamen Warnungen von Handelskammern,Städten und Versammlungen, auch vom Kölner Erzbischofe.

Der preußische Verfafsungsplan, der erst spät im Wortlaute vor-gelegt wurde, sah den Ausschluß Österreichs, neben dem Bundesrateeine Nationalversammlung, den Oberbefehl in Norddeutschland fürPreußen, in Süddeutschland für Bayern vor, eine Kriegsmarine,Verstärkung der Vundesbefugnifse in Wirtschaft und Necht, be-sonders im Verkehrswesen, Zoll- und Sandelsgesetzgebung. Dasbesagt eine wesentliche Verstärkung der Vundesgewalt. Auch derbayrischen Triasidee (Norddeutschland, Süddeutschland und Öster-reich) kam der Vorschlag entgegen. Doch schlug sich Bayern aufdie Seite Österreichs. Die Furcht vor dem preußischen Machthungerbeherrschte auch die H>öfe des Südens, den Großherzog von Badenausgenommen. Es wäre fast jene Demarkationslinie des Friedens vonBasel wieder aufgelebt. Die Souveräne von Hannover, der beidenHessen und Nassau gingen jedoch trotz starken Widerstandes der aufNeutralität sinnenden Landstände auf die österreichische Seite über.

Die Nüstungen begannen an der italienischen Front; wie fast stetswar es unmöglich, sie zurückzuhalten. Verhandlungen darüber, dieKönig Wilhelm billigte und Vismarck schwere Sorgen machten,zerschlugen sich. Am 6. Mai war die Mobilmachung in Österreichund Preußen fast vollständig erledigt. Noch versuchten die dreiübrigen Großmächte durch den Vorschlag eines Kongresses in Parisam 28. Mai den Frieden zu erhalten. Vismarck war froh, daß Öster-reich durch die unerfüllbaren Bedingungen seiner Annahme diesenPlan zunichte machte.

In dem ganzen Streite vertrat Österreich gegen seine GegnerAnsprüche auf zwei Provinzen, von denen Schleswig-Kolstein derHabsburgischen Dynastie nur Gefahren, aber keinen Nutzen bringenkonnte, die andere, Venetien, aber in Wien selbst fast als verlorenangesehen wurde. Am 5. Mai war aus dieser Gesinnung heraus derösterreichische Botschafter in Paris ermächtigt worden, für den Preisder Neutralität Italiens die Abtretung Venetiens und stillschweigendauch eine Befriedigung der Wünsche Napoleons am Nheine zuzu-

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