tritt dem Zollverein bei und die Truppen werden durch eine Militär-konvention preußischem Oberbefehle unterstellt, wie es bei den Ko-burgischen schon der Fall war. Es zeigt sich hier zum ersten Maledeutlich der Weg, der für die Bildung des norddeutschen Bundesmaßgebend wurde. Die Nordmark, die in dem Wirkungskreise derans Meer grenzenden Mächte, vor allem Englands, lag, einemVundesfürsten alten Stiles anzuvertrauen, wäre leichtfertig gewesen.Die österreichischen Staatsmänner sahen diese geopolitische Bedeutungnicht, sie wollten nicht den preußischen Einfluß gesichert sehen, sondernforderten vom Augustenburger, daß er keinen Sondervertrag mitPreußen schließe. Zu spät sah er am 20. Juni 1864 seinen Fehler ein.Inzwischen war in Berlin sein Kredit erschüttert, und auch der öster-reichischen Stütze war er nicht unbedingt sicher.
Die gemeinsame Verwaltung der Herzogtümer war ein Provi-sorium. An den Höfen von Wien und Berlin fand sich nicht einbeiden Teilen passender Ausweg. In der auf einen Krieg hinaus-laufenden Krisis kamen die Höfe zu einem neuen, kaum minder ge-fährlichen Provisorium. Durch den Vertrag von Gastein (August1865) wurde die Verwaltung der durch den Frieden erworbenenNechte für Schleswig an Preußen gegeben, für Holstein an Oster-reich. Das Herzogtum Lauenburg wurde gegen eine Geldentschädi-gung an Preußen abgetreten. Einige der preußischen Forderungen(Nordostseekanal und einige Vorrechte im Kieler Hafen, der fürdie Vundesflotte Vundeshafen werden sollte) wurden von Osterreichzugestanden. Es dauerte nicht lange, bis die beiden Negierungsver-treter verschiedene Politik führten. Die Augustenburgsche Parteifand Deckung bei dem Österreicher, General Gablenz; der Preuße,General Manteuffel, hemmte sie. Die Krisis war in verstärkter Krafterneuert, beide Teile sahen einen Krieg kommen. Die ersten Nü-stungen begannen. Das deutsche Volk stellte sich in seiner Mehrheitauf die Seite des Augustenburgers und Österreichs.
Aus zwei Gründen mußte ich auf die schleswig-holsteinsche Frageso genau eingehen. Es handelte sich zugleich um ein wichtiges Grenz-land und um den ersten Ausdruck der Formen, unter denen Vis-marck dann den Norddeutschen Bund gestaltete. Sein diplomatischesSpiel hatte nicht nur das Ausland vom Kriege und Friedensschlüsse
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