Verzicht war nicht gegeben, auch nicht gefordert worden. Seinevolljährigen Söhne, die nicht eingewilligt hatten, konnten sich nichtfür gebunden halten. Das Protokoll trug auch nicht die Unterschriftdes Teutschen Bundes. Die Dänen versuchten immer wieder eineGesamtstaatsverfassung (1855) oder doch die Vereinigung Schles-wigs mit Dänemark durchzusetzen. Die Herzogtümer erlebten wegenihres Widerstandes harte Verfolgungen. Die Erregung innerhalbTeutschlands nahm immer mehr zu.
Das dänische Patent vom März 1863 verkündete die Vereini-gung Schleswigs mit Dänemark, zerschnitt also das Vand zwischenSchleswig und Holstein. Der Bundestag beschloß im Oktober dieVorbereitung einer Vundesexekution.
Der Frage nach der Verfassung schloß sich durch den Tod desTänenkönigs (15. November 1863) die nach der Erbfolge an. Derneue König Christian IX. zauderte, die soeben vom Neichsratebeschlossene gemeinsame Verfassung für Dänemark und Schleswigzu unterzeichnen, doch da die Kopenhagener vor das Palais rückten,vollzog er die Urkunde. Gleichzeitig jedoch verkündete der Erbprinzvon Augustenburg den Verzicht seines Vaters und seinen eigenenNegierungsantritt in Schleswig-Holstein.
Die beiden deutschen Großmächte verharrten auf dem Boden desLondoner Protokolls, erkannten also den Augustenburger im Gegen-satze zu einer Neihe von Vundesstaaten nicht an, doch die neue Ver-fassung war auch für sie unannehmbar. Der Bundestag beschloßwegen der Verfassungsfrage die Vundesexekution in Holstein, diedurch sächsisch-hannoversche Kontingente vollzogen wurde. Diebeiden Großmächte Osterreich und Preußen gingen weiter, sie stelltenJanuar 1864 ein Ultimatum: Aufhebung des neuen Grundgesetzesund damit die Trennung Schleswigs von Dänemark. Vismarck hieltsich durchaus auf dem Boden des Londoner Protokolls, damitkonnte er Österreich nachziehen und zugleich die übrigen Großmächtefernhalten. Vismarck hatte zunächst selbst seinen König gegen sichwie die öffentliche Meinung und die meisten deutschen Negierungenaußer Osterreich. Es war ein Meisterwerk, wie er, auf den Nechts-boden sich stellend, den die Großmächte achten mußten, diese vomKriege fernhielt. So kam es auch nicht etwa zu einem Kriege des
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