nach Maßgabe der Zahl der Untertanen verteilt würden. Die nächsteVerbindung erfolgte 1829 mit Bayern-Württemberg; die räumlicheDistanz wurde durch zwei Zollstraßen überwunden. 183l trat Hessen-Kassel aus dem mitteldeutschen Handelsverein von Vingen bis zurLausitz zum preußischen Zollverein über, so daß jetzt beide Trennungs-linien durchbrochen waren. Am l. Januar 1834 fielen auch die Zoll-schranken des mitteldeutschen Zollvereins. Was nun noch übrig war,schloß sich ebenfalls an. 1854 war das gesamte außerösterreichischeGebiet mit Ausnahme der Hansastädte, ihrer Vorhäfen und Emdensund Stettins im Zollverein verbunden.
Die Organisation des Zollvereins setzte die Einstimmigkeit allerStaaten voraus.Man kann also nicht von einer statutarischen LeitungPreußens reden, aber das Schwergewicht des Großstaates zwangohne weiteres die anderen Staaten, ihre Handelsverträge mit fremdenMächten und auch einige Konsumsteuern auf preußischen Fuß ein-zurichten. Der preußische Zolltarif von 1818 näherte sich dem Frei-handel und nahm nur von den Kolonialwaren einen Zoll in der Höhevon 20°/«,. Österreich wie die anderen Staaten hielten an hohen Schutz-zöllen fest. Der Zollverein regelte auch für sein Gebiet das Münz-wesen, im Norden Taler, im Süden Gulden. Der abweichende öster-reichische Gulden zeigte die Wirtschaftsgrenze an. Der Zollvereinregte auch die allgemeine deutsche Wechselordnung an, die vomTeutschen Bunde aus zustande kam.
In der Zollfrage hatten die Vundesfürsten einen Teil ihrer Sou-veränitälsrechte zum eigenen Vorteil an einen von der Bundesver-fassung unabhängigen Zollbund abgetreten. Die kleinen Staatenblieben dadurch lebensfähig. Die deutsche Wirtschaft war vereinheit-licht. Österreich stand draußen. Ein großer Gewinn für Preußen undseine Zukunft. Aber man darf weder sagen, daß Preußen bewußt indem Wege eine Etappe zur politischen Einigung Deutschlands sah,noch daß die anderen Negierungen in der späteren Krise, von denErfolgen der Wirtschaftseinheit durchdrungen, sich Preußens Füh-rung anvertrauten. Der Zollverein war auch für sie nur ein Not-behelf. Anders urteilten einige Wirtschaftsführer, auch solche, diesonst Preußen mißtrauten.
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