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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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heitsstaat, die Zweiteilung in einen österreichischen und einen preu-ßischen Machtkreis, ein Kaisertum der Habsburger — mit ihmsollte das außen stehende Preußen durch ein ewiges Bündnis ver-bunden sein, Preußen sollte ein ewiger Garant der Verfassung undIntegrität des Reiches sein —, ein Direktorium von vier und einsvon zwei Staaten vor, endlich noch einmal ein habsburgisches Kaiser.-tum. In weiten Kreisen, nicht nur in romantischen, trat aus poetischemDämmerlichte die Erneuerung der Kaiserwürde hervor. Arndt, Görresund Oken warben dafür, ja auch die ersten preußischen Entwürfe sahenein Wahlkaisertum vor. Österreich aber versagte sich und war alsogegen eine kaiserliche Spitze, wie immer sie auch gestaltet werde.

And wo waren die Grenzen der als deutsch anzusprechenden Ge-biete? „Soweit die deutsche Zunge klingt und Gott im HimmelLieder singt!"? An die deutschen Schweizer zu denken, war aus-geschlossen. Und wie die Grenze auf dem Kolonialboden ziehen?

Das Problem der Einheit und Vielheit unseres Vaterlandeshatte Stein zu fast allen denkbaren Lösungen geführt. Den Dualis-mus aufzuheben und dazu Österreich, das über die Grenzen desalten Neiches sich weithin erstreckende Hausgut der letzten tatsäch-lichen Kaiserdynastie, und Preußen, den weitaus mächtigsten Erbenalten Fürstengutes, verbinden, heißt ein Schiff mit zwei Kommando-brücken erbauen. Das geht so lange, als eine Harmonie zwischenden beiden Kapitänen besteht. Dazu ist es erforderlich, daß sichPreußen von dem durch seine Buntheit bestimmten Kaiserstaateauch in der inneren Politik nicht weit entfernt, wie in der aus-wärtigen. Die beiden Kapitäne müssen den Heizern und Steuer-männern annähernd identische Befehle geben. Das Schiff wird demKapitän folgen, der eine langsame Fahrt wünscht. Zur Nachgiebigkeitwaren die Könige Preußens bereit, solange sie absolutistisch regierten.

Ein zweites Problem war das der Freiheit. Nicht nur um Frei-heit von dem Tyrannen hatten die Kämpfer von 1813 bis 1815gestritten, sondern um Anteil am Staatsleben, und für nicht wenigeergab sich die Synthese von Freiheit und Einheit.

In dem zunächst für die Verfassungsftage gebildeten Fünfer-ausschusse traten Österreich, Preußen und Hannover am stärkstenhervor, Württemberg schied gar aus. Umgekehrt forderten die übrigen

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