Italien, die eiserne Krone hatte Napoleon sich selbst aufgesetzt. Esbegannen auch deutsche Fürstenhäuser mit den napoleonischen Ehenabzuschließen: Bayern, Württemberg und Baden.
In Wien war an Stelle Cobenzls Graf Philipp Stadion, einSprosse eines schwäbischen Neichsrittergeschlechtes, ein Mann vonMut und Stolz, Staatskanzler geworden. Er gab schließlich ange-sichts der französischen Heere und des allgemeinen Abfalls blutendenHerzens das Neich für verloren. Aber er wie der Kaiser zögertenin der Hoffnung, noch etwas zu retten. Neun Tage nach dem Ab-schlüsse des Rheinbundes stellte Napoleon in Paris in brüskesterForm dem kaiserlichen Geschäftsträger für Kaiser und Reichstagein Ultimatum. Das Todesurteil war über das Neich gesprochen,bis zum 10. August solle die Selbstexekution erfolgen. Als amI.August der französische Geschäftsträger in Negensburg erklärte,daß sein Herr die Existenz einer Neichsverfassung nicht mehr aner-kenne, ging der Neichstag auseinander.
Am 6. August 1806 legte Kaiser Franz in würdigen Worten dierömische Kaiserwürde nieder und erklärte jedes Band mit dem Neichefür gelöst. Hätte er sich mit diesen Sätzen begnügt, so hätte der Kur-fürst von Sachsen als Neichsvikar für den Nest des Neiches ein-treten können. Doch Kaiser Franz erklärte auch das reichsoberhaupt-liche Amt und die kaiserliche Würde für erloschen. Das war widerdas Neichsrecht, er konnte nicht das Neich als Staatskörper fürtot erklären. Auch das Ausscheiden seiner zum Neiche gehörigenLänder wiederholte nur das Unrecht der drei süddeutschen Staaten.Erst der Deutsche Bund billigte stillschweigend den Schritt KaiserFranz', als er einen neuen völkerrechtlichen Verband schuf. Dasalte Neich war unrühmlich untergegangen. Das lange genährteProgramm der französischen Politik, durch den Schein von I^iderts»T6iin3,Qi<in68 die deutschen Fürsten vom Kaiser abzulösen, warauch auf Preußen ausgedehnt, das Neich in drei Teile gespalten,von denen der an den Nhein grenzende aufs festeste an Frankreichgekettet war.
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