es sich nur um einen Sonderfrieden. Das wichtigste stand in denGeheimartikeln, dort leuchtet die Zukunft hervor. Falls der künftigeNeichsfriede Frankreich das linke Nheinufer überlasse, werde derKönig seine dortigen Lande, die von den Franzosen besetzt blieben,gegen ausreichende Entschädigung, wobei auch der preußische Ver-treter Hardenberg an Säkularisationen dachte, abtreten. Die balddarauf gezogene Demarkationslinie (von nördlich Düsseldorf an dieLahn, dann zum Neckar und einen Teil des fränkischen Kreisesnach dem Norden weisend) war dazu bestimmt, die nördlich von ihrgelegenen Territorien auch des Friedens teilhaftig zu machen.Preußen solle Hannover, wenn nicht auch England Frieden schließe,besetzen dürfen. Die geheimen Artikel des Vasler Friedens (April1795) wurden auch von französischer Seite nicht bekanntgegeben.
Preußen hatte für die Ostpolitik optiert. War bei der zweitenTeilung Osterreich übergangen, so dieses Mal zunächst Preußen,das drei Monate vor jenem Frieden die Lage erkannte und einigeDeckung bei der Zarin fand. Als Preußen Aussicht auf Anteil erhielt,wurde Oktober 1795 ein Vertrag der drei Mächte abgeschlossen, derPolen restlos aufteilte. An Preußen fielen sehr weite Gebiete mit einerMillion Einwohner, die eine Provinz Neuostpreußen bildeten. AuchWarschau gehörte dazu. Österreich erhielt das von Krakau nachNordosten sich verbreitende Ostgalizien. Nußland den weitausgrößten Teil: Wolhynien, Podlesien, Schwarzrußland und Litauen,soweit dieses nicht preußisch wurde.
Man mag die Aufteilung Polens angesichts des unbezähmbarenWillens der Zarin Katharina als eine politische Notwendigkeit an-sehen, um den größeren Teil Altpolens den: abendländischen Kultur-kreise zu erhalten und Nußland nicht noch weiter nach Westen vor-rücken zu lassen, man mag urteilen, daß ein Vündnis von Preußenund Osterreich gegen Frankreich sich doch nicht hätte dauernd be-haupten können, man mag auch die sich zunächst für Preußen er-gebenden Folgen als günstig erweisen, der Gewinn belastete denStaat zu sehr mit Untertanen fremden Vlutes, anderer Sprache undanderer Anschauungen in Neligion und Staatsauffassung, mit Men-schen, die an der Hoffnung des Wiedererstehens des eigenen Staatesfesthaltend nicht in Preußen aufgehen wollten. Preußens Untertanen-
Schulte, Deutscher Staat 1?
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