und fanden bei der Autorität, die der Neichsgedanke noch besaß, viel-fach Folge und beeinflußten territoriale Ordnungen. Das Neich konnteeine volle Auswirkung nicht erzwingen. Das 18. Jahrhundert brachtenoch die Neichsgewerbeordnung von 1731. Das wohldurchdachteGesetz, das die zahllosen Auswüchse im Zunftwesen beseitigen wollte,war ehrlich gemeint, wurde jedoch schlecht durchgeführt.
Ebenso wurden vielfach die Neichsmünzordnungen umgangen. Dievon 1559 und 1566 ordneten die Ausprägung nach Gulden undTalern, erst nach 1870 wurde diese Zweiteilung Teutschlands be-seitigt, Österreich behielt auch dann seinen Guldenfuß. Jene Ord-nungen überwiesen die Kontrolle den Neichskreisen. Sie besaßen trotzallen Münzvrobationstagen nicht die Kraft, den Münzfuß zu halten.Die Scheidemünzen waren den Territorien überlassen. Der Münz-wirrwarr der Währungsmünzen brachte die Territorien dazu, durchVerträge, durch Münzeinungen mit neuem Fuße das Geldwesenwieder zu sichern. Daher die Buntheit der deutschen Münzgeschichte,später eine Freude für die Münzsammler, damals eine Landplage.
Wenn auch der wirtschaftliche Niedergang in den Gewerben lang-sam war und neue Formen aufkamen, neue „Nahrungen", so holtendoch im 16. Jahrhundert die Fremdländer auf. Das deutsche Geldförderte zuwenig die deutsche Produktionskraft. Das Verlagsystemwar ein Fortschritt, kam aber trotz großen Erfindungen der Technikwenig zugute. Es begann dann schon im 16. Jahrhundert dieÜbersiedlung fremdländischer Gewerbe (Seidenweberei). Währenddie Zünfte an dem alten Geiste festhielten, ihren Genossen die Nah-rung sicherten, damit aber die tatkräftigsten Glieder zurückhielten,blühten die meist außerhalb der Zünfte stehenden neuen Gewerbe auf.Sie aber hingen von der Pflege der Landesherren ab. Teutschlandwar kein einheitlicher Wirtschaftsraum, die weitere Entwicklung istbei den Territorien zu behandeln.
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