auch mit Zustimmung des Reichstages ein Lehensleuteheer, dasauch die unterste Stufe der Lehensbesitzer voll ergriffen hätte, nichtmehr zusammenbringen konnte. Die Pflichten der Lehensleute warenviel zu sehr verdunkelt. Ohne Geldmittel war ein brauchbares Heernicht mehr aufzustellen, sicher nicht zu unterhalten. Ein Reichs-Heer setzte fortan eine Reichssteuer voraus.
Nach langer Pause in dem Aufgebote eines Neichsheeres stelltendie Hussitenkriege diese Frage; denn die Feldzüge von 1420 und 21hatten gezeigt, wie unbrauchbar die alten Aufgebote waren. Auchdas Reich mußte neben den Resten des Lehenswesens das Söldner-tum benutzen. Es gab zwei Möglichkeiten: zu dezentralisieren unddie Mannschaften wie deren Unterhalt auf die Neichsstände zu ver-teilen, also föderalistisch zu handeln. Oder zentralistisch vorzugehenund das Beispiel Wallensteins vorausnehmend einen oder eine An-zahl von Großunternehmern mit der Werbung und dem Unterhaltdes Heeres zu betrauen und die Geldmittel durch eine Neichssteuerzu beschaffen. Tiefe aber konnte nur langsam eingehen, und Zwischen--kredite von ausreichender Höhe zu erhalten, war aussichtslos. Gleich-wohl machte der Reichstag von 1427 diesen Versuch. Er scheitertean dem gleich unpünktlichen wie unvollständigen Eingehen des „ge-meinen Pfennings". 1431 kehrte man zu dem Kontingentsheere von1422 zurück. Tiefes Mal gliederte man das Aufgebot in siebenHeere, deren Führer auch „für Speise, Trank und Kaufmannschaft"zu sorgen hatten.
Auch dieses Mal eine vernichtende Niederlage. Tie Listen fürden Feldzug von 1422, die älteste Matrikel des Neichsheeres, zeigenmit ihren 180 Posten, unter denen viele Sammelposten sind, bis zuwelchem Grade das Neichsheer hätte zersplittert sein müssen, wennes sich völlig eingefunden hätte. Tie Zahl der zu stellenden „Gleven"sinkt oft bis auf 1 herab. Tie Spaltung der Hussiten beendete dieseKriege. Damit erlosch auch der Zwang zu einer sofortigen dauern-den Reform des Neichskriegswesens.
Kaiser Maximilian führte seine Kriege zumeist mit von seinenErblanden bezahlten Landsknechten, die er liebte. Ohne das Silberder Tiroler Verge hätte er das nicht leisten können. Aber damitgeriet er in die Gewalt der Fugger und anderer Geldleute.
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