nicht, ein einheitliches Schrot und Korn zu erreichen oder, wo es vor-handen war, festzuhalten. So ist es zu verstehen, daß bei dem hei-mischen Münzelend sich nicht nur die Fernkaufleute an die stabilstenFremdmünzen hielten, an florentiner Gulden, an venezianische Du-katen und ungarische Gulden, beim Silber an Turnosen, Sterlinge,die dann auch in Deutschland geprägt wurden, an Heller aus Schwä-bisch Hall und an böhmische Groschen.
In Frankreich sorgte die Odaindrs äs» oompt««, in England dasNxoKs^nßr dafür, die Staatseinnahmen zu sichern, wenn möglich zumehren. In Teutschland gab es dafür kein Organ. Kaiser Sigismundunterschätzte wohl in etwa die Einnahmen aus dem Neiche, wenn ersie auf 13000 Gulden jährlich angibt. Eine sichere Ziffer ist bishernicht gewonnen.
Mit solchen Mitteln allein war eine Neichspolitik nicht zu führen.Es kam auf die Kräfte des königlichen Hausgutes an. Die Not derHussitenkriege führte zu erneuten Versuchen mit einer vom Reichs-tage beschlossenen Neichssteuer, wobei man auch italienische Gebieteeinbeziehen wollte. Der gemeine Pfenning von 1427, ein Gemischvon Einkommen-, Vermögen-, Kopf- und Standessteuer, war schondeshalb ein Mißerfolg, weil weder der König noch das Neich überörtliche Steuererheber verfügten. Man mußte zu diesem Zwecke aufZeit Kommissionen einsetzen oder die Pfarrer heranziehen, auch dieoberen Sammelstellen erwiesen sich als sehr säumig. Die Steuerfrei-heit des Klerus wurde dabei überwunden, auch dadurch, daß KaiserSigismund die Leitung des Reichstages dem päpstlichen Legaten, derein englischer Bischof war, übertrug! Die päpstliche Kurie konnte mitmehr oder weniger großem Erfolge in Deutschland vom Klerus einenZehnten beitreiben, König und Neich aber nicht. Es ist ein Aus-nahmefall, daß 1366 Papst Urban V. dem Kaiser Karl IV. einensolchen Zehnten von den geistlichen Pfründen bewilligte. Diese Ab-gabe sollte aber auch den Interessen des Papsttums dienen. Papstund Kaiser wollten dem Aufenthalte der Kurie in Avignon ein Endemachen, und der Kaiser sollte mit einem Heere die Wirren in Italienstillen und damit der Kurie Sicherheit in Nom gewähren. Der Epi-skopat, der das Geld einsammeln sollte, fand beim Klerus heftigenWiderstand. Was ist ein Staat ohne Steuerbeamte?
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