Tiefe Vlutsfolge war durch den Zölibat beim hohen Klerus ausge-schlossen. Er war schon längst eine Stütze des Königtums und derzentralen Bestrebungen gewesen. Wenn der König Neichsbistümern,Reichsklöstern und auch weiblichen Neichsstiftern staatliche Rechteanvertraute, so konnte er zwar das nicht leicht rückgängig machen,aber es war ihm möglich, aufdie Auswahl ihrer Vorstände einzuwirken.Das war längst üblich, wurde aber seit Otto I. durchaus die Regel.Keine Nechtsquelle redet davon, Wahlprivilegien für Bistümersprechen dagegen, aber die Tatsachen beweisen es, daß drei Grundsätzebefolgt wurden. Erstens: Der König wählte Personen seines Ver-trauens aus, Kleriker, die in seiner Kanzlei oder in der Hofgeistlichkeitgedient hatten oder doch in besonders vom Hofe begünstigten Schulenaufgewachsen waren, die also Kenner der Anschauungen des Hofes undPraktiker der Verwaltung, zentral denkende Männer waren. Dochentsandte der König sie zweitens oft nicht in ihre Heimat, sondernin ihnen fremde Stammesgebiete. Was bedeutete das besonders fürGrenzgebiete! Ganz seltene.Ausnahmen abgerechnet wurden siedrittens dem Adel (dem späteren hohen Adel) entnommen. Tann hattensie bei dem Laienadel ihres Sprengels schon durch ihren Geburts-stand Ansehen. Bei einer solchen Praxis, die oft auf Ernennunghinauslief, die meist ein dauerndes Treueverhältnis begründete, stetses erstrebte, sahen die in der Regel ja streng religiösen und gewissen-haften Könige auch auf religiöse Eignung für das Amt. Einzelne dieserNeichsbischöfe wurden sehr einflußreiche Ratgeber der Krone, derhohe Klerus aber das stärkste Band des weiten Reiches, er liefertedem königlichen Negimente die wichtigsten Organe. Daß die Neichs-kirche sich politisch zusammenschließe, wurde verhindert. So wurde sienicht Herrin, blieb vielmehr Dienerin der Könige und Kaiser. DieseAbhängigkeit der Kirche von der Krone übertrug das in der Sphäredes niederen Pfründenwesens entstandene Recht der Eigenkircheauch auf die Neichsbistümer. Die Kirche war im Staate eine konser-vative, eine zentralistische Kraft.
3m Investiturstreite handelte es sich nicht nur um die bei derInvestitur vom Könige verwendeten Symbole, sondern bald auch umdie grundlegende Frage: Behält das deutsche Königtum den entschei-denden Einfluß auf die Besetzung der Vischofsstühle oder nicht? Zwei
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