418 Der Peifonaltiedit des ländlichen Kleingrundbesitzes in Westprcutzen.
dort angesiedelter deutscher Bauernstand, weswegen der Großgrundbesitzvollständig fehlt. Die Grundstücke befinden sich fast ausschließlich in denHänden von Eigentümern und bleiben bei dem Besitzwechsel unter Lebendenoder im Erbfalle fast stets geschlossen.
In den Niederungen wird stellenweise Tabak, überwiegend Weizen undZuckerrüben gebaut, und letztere weiden in den dortigen großen Zucker-rübenfabriken verarbeitet. Ferner zieht der Niederunger ein wesentlich aufMilch ergieb igkeit gezüchtetes Rindvieh und bevorzugt hierbei die schwarz-weißen Holländer und Ostfriesen. Die Milch wird in zahlreichen Molkereien,deren Leitung sich meist in den Händen von Schweizern befindet, über-wiegend zu Käse verarbeitet, deren Rückstände zur Schweinemast gebrauchtwerden.
Außerdem zeichnen sich die Niederungen, besonders die Gegend umMarienwerder und Elbing, durch Obstbau aus, dessen Erzeugnisse manneuerdings durch Obstverwertungsgenossenschaften zu verwerten versucht.
Die Höhen kr eise rechts der Weichsel haben zwar, wie West-Preußen überhaupt, einen vielfach wechfelnden Boden, doch überwiegt ineinzelnen Kreisen, insbesondere Thorn, Briefen, Strasburg, Kulm, auchMarienwerder, Rosenberg und Stuhm ein schöner zum Anbau von Weizenund Zuckerrüben recht geeigneter Boden, und zum Teil in alter Kultur.
Es befindet sich hier überall ein Großgrundbesitz, der in einzelnenKreisen den bäuerlichen Besitz an Fläche übertrifft, die Ankäufe der An-siedelungskommission und die Rentengutsgesetzgebung haben aber im Lauseder Jahre zu zahlreichen Parzellierungen geführt. Auf den besseren Bödenwird die Zuckerrübe in bedeutendem Umfange gebaut, die geringeren Bödenverfolgen zahlreiche Brennereien mit Kartoffeln und findet sich dement-entsprechend neben der Milchwirtschaft die Viehmästung. Auch hier wirddie Milch in Genossenschaftsmoltereien verarbeitet, indessen nicht, wie inden Niederungen, zu Käse, sondern zu Butter.
Die Höhenkreise links der Weichsel stehen denen östlich der-selben in Bezug auf die Bodenqualität nach. Nur die Kreise Danzig-Hühe,Dirschau, der Osten des Kreises Stargard, sowie der Osten und Südendes Kreises Schwetz und der westliche Teil des Kreises Marienwerder bauenZuckerrüben.
Im Norden wird die Landwirtschaft ungünstig beeinflußt durch dieBoden- und klimatischen Verhältnisse der bedeutenden Erhebungen desuralisch-battischen Landrückens.
Bis in den Süden hinunter finden sich bedeutende fiskalische Wüld-flächen, die in der Tucheler Heide und Kassubei durch umfassende Auf-