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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
Seite
383
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Der Personaltredit des ländlichen KleingrundbesitzeZ in der Provinz Posen. 383

Die Rindviehzucht hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre ziemlichauf gleicher Höhe erhalten. Wahrend im Jahre 1883 in der ProvinzPosen 625 723 Stück Rindvieh vorhanden waren, wurden im Jahre 1892750 447 Stück gezahlt.

Gutes Rindvieh ist im Netze- und Obrabruche.

Schweine wurden 1892 550 000, gegen 470 000 im Jahre 1883gezogen und bilden einen wesentlichen Handelsartikel. In einigen Gegendenblüht die Bienenzucht, so namentlich in den Kreisen Schroda, Schrimm,Obornik, Samter, Mescritz, Bomst, Wirsitz, Vromberg, Wongrowitz undZnin.

In den wasserreichen Gegenden zieht man viel Gänse, die einen be-deutenden Ausfuhrartikel nach Berlin bilden.

Für die Hebung der Fischzucht wird in neuerer Zeit mit gutem Er-folge gearbeitet.

Größere Waldungen, namentlich Nadelholz oder gemischt mit Laubholz,haben die Kreise Birnbaum und Czarnikau. Die Privatwaldungen sindin den letzten Jahrzehnten stark gelichtet worden, da man die Waldflächenabholzte und den Boden für den Ackerbau benutzte.

Der Küinerbllu ist in der Landwirtschaft vorherrschend.Angebaut werden vorwiegend Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hülsensrüchte,Kartoffeln, Raps, Lupinen. Aber auch Zuckerrübenbau wird inausgedehntem Maßstabe betrieben, und an einzelnen Ortenwerden Tabak, Flachs und Runkelrüben gezogen. Der Hopfenbau blühtum Neutomifchel, Opalenitza und Bentfchen. Zur Zeit des Hopfenmarktesist namentlich in Neutomifchel reges Leben. In neuester Zeit, wo die Ge-treidevreise so erheblich gefallen sind, ist mit dem Anbau von Cichorien be-gonnen worden und im Kreife Kosten bereits eine Cichorienfabrik im Baubegriffen.

Wein wird gewonnen in der Gegend von Bomst, Unruhstadt undWollstein. Der Obstbau macht in den letzten Jahren bedeutende Fort-schritte, ebenso der Gemüsebau. Viel Heu liefert die Netze- und Obra-gcgend.

Wcidcwirtfchaft kommt fast nirgends vor.

Die Viehhaltung bezweckt in den Großbetrieben sowohl Aufzucht alsMolkerei und wird auch die Mästung vielfach in großem Umfange be-trieben.

In den mittleren und Kleinbetrieben dagegen dient die Viehhaltungzur Bewirtschaftung (Gespannhaltung), daneben zur Milchnutzung und fettenzur Mästung und zum Molkereibetrieb.