234 I- Schulte.
Das Gesllmtiesultllt über den Geschäftsbetrieb im Jahre 1893/94ergänzen wir aus den vollständigeren Angaben der offiziellen preußischenStatistik. Derfelben entnehmen wir die folgenden Zahlen:' Am Schlüssedes Rechnungsjahres 1893/94 betrug die
Gefamtfumme der Einlagen .... 420 826 732,08 Mark,
an Kapitalreserven waren vorhanden . 33 590 036,6?
das eigene Vermögen der Kassen betrug 154 600,00 «
Summa 454 571368,75 MarkEs stehen den Sparkassen der Provinz Sachfen also im ganzen454,6 Millionen Mark zur Verfügung. Diese Summe war nach demRechnungsabschlüsse pro 1892 um 15 Vz Millionen Mark niedriger, hatsich also in dem letzten Jahre wesentlich erhöht. Inwieweit die einzelnenKassen daran partizipieren, ergiebt sich aus den Spalten 6 und 10der Tabelle. Hier darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Einlagender einzelnen Sparkassengläubiger zum Teil so hoch sind, daß sie nichtmehr als Spareinlagen, sondern als Kapitalien betrachtet werden müssen.Hierdurch verstoßen diese Anstalten gegen ihre ursprüngliche Bestimmungals Sparbanken und nehmen den Charakter von Depositenbanken an.
Von den Sparkassengeldern sind verzinslich angelegt: 121,39 Mil-lionen in städtischen, 156,08 Millionen in ländlichen Hypotheken und134,9? Millionen in Inhaberpapieren; serner sind 2,74 Millionen aufSchuldfcheine ohne Bürgschaft, 2,43 Millionen auf solche mit Bürgschaft,0,37 Millionen gegen Wechsel, 3,12 Millionen gegen Faustpfand und26,53 Millionen an öffentliche Institute und Korporationen ausgeliehen.Die einzelnen Kassengruppen sind daran in der folgenden Weife beteiligt:(Tabelle siehe folgende Seite.)
Die gegen Schuldfcheine und Wechfel ausgeliehene Geldfumme betragt5,54 Millionen Mark oder 1,23"/» der gesamten Sparkassengelder. Nachdem Rechnungsabschlüsse des Jahres 1892/93 betrug diese Summe6,50 Millionen Mark bezw. 1,51"/«, sie ist also in dem letzten Geschästs-jähre wesentlich zurückgegangen. Wie diese Zahlen beweisen, haben dieSpartassen von der Befugnis, einen Teil ihrer Bestände im Interessedes Personaltredits zu verwenden, nur in sehr mäßigem Rahmen Ge-brauch gemacht. Etwa die Hülste der vorhandenen Anstalten dieser Arthaben Personaltredit überhaupt nicht gewährt, auch zum Teil ein Be-
l Vgl. Zeitschrift des Königl. preuß. Statistischen Bureaus 1895. Heft 1 u. 2S. 97—134.