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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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Der Peisonaltredit des liindl, Kleingrundbesitzes in Schleswig-Holstein. 201

In kaum einem andern Teile Deutschlands ist die genossenschaftlicheIdee, der Sinn für das gemeinsame Handeln auf wirtschaftlichem Gebietso entwickelt wie in Schleswig-Holstein. Dieser Geist für gemeinschaft-liches Arbeiten ist auch besonders der Entstehung und dem Aufblühender Sparkassen zu gute gekommen. Schon im Jahre 1796 wurde inSchleswig.Holstein die erste Sparkasse von derGesellschaft freiwilligerArmenfreunde" zu Kiel errichtet. Die Entwicklung des Sparkassen»esenshat dann hier zu Lande einen eigenartigen Verlauf genommen. Währendin Preußen den Gemeinden und Kreisen die Sparkassen zu verdankensind und zwar so, daß dieselben ein bestimmtes Stück der Verwaltung,besonders der Gemeinde- und Kreisverfassung, bilden, laßt sich die Ent-stehung der fchleswig-holsteinschen Sparkassen auf rein private Initiativezurückführen. Die Verwaltung der fchleswig-holsteinschen Sparkassenentbehrte von vornherein jeder amtlichen Leitung und Obhut. Entwederwaren es schon bestehende gemeinnützige Vereine, welche die Bildung vonSparkassen hervorriefen, oder es traten in vielen Fallen hochherzigeMänner für diesen besonderen Zweck zusammen und übernahmen dieHaftung für die Verpflichtungen der Kasse, und nicht nur in den Städtenentstanden auf diefem Wege Sparkassen, sondern auch das Platte Landwußte sich diese Einrichtung zu nutze zu machen. So zählte man imJahre 1884 schon 43 städtische Sparkassen und 181 ländliche Sparkassen.Die ungehinderte, unbeschränkte, unbewachte Entwicklung des Sparkassen-Wesens hat in vielen Beziehungen und in wirtschaftlicher Hinficht außer-ordentlich günstig gewirkt; doch ließ es sich nicht verkennen, daß die ganzeGeschäftsgebahrung gerade wegen der Vollkummen fchrankenlofcn Zuständebisweilen über diejenigen Grenzen hinausgetrieben wurde, welche not-wendigerweife innegehalten werden muffen. So ist es in der Verwaltungder Sparkassen nicht immer so gegangen, wie es sein müßte und seinkonnte. Der Grund hierfür liegt vor allem darin, daß es namentlich denkleinen Kassen an dem erforderlichen Halt darüber fehlt, welche An-forderungen die gefchäftliche Leitung eines derartigen Institutes stellt.Die höchste Provinzialbehörde Schleswig-Holsteins, welche schon langedie UnVollkommenheiten der hiesigen Sparkassen nach ihrer formellenSeite hin sehr Wohl erkannt hatte, hat daher Abhilfe zu fchaffen gefuchtdadurch, daß sie die privaten Sparkassen nach dem Muster in den andernpreußischen Provinzen und auf Grundlage der Verordnung von 1838 zuGemeindcinstituten umzugestalten suchte. Diese Bemühungen sind nichtganz ohne Erfolg geblieben, da im Jahre 1894 von Sparkassen 64 öffent-liche waren. Daneben bestehen aber noch 193 Privatfparkassen. Eine